Dienstag, 14. Februar 2006

Woche 28.01-12.02.2006

Hallo treue Lesegemeine,
hier der angekündigte Bericht über das Nullarbor, den Süden Westaustraliens und die erste Arbeitswoche.
Da es mit dem Arbeiten in der Gegend um Port Augusta nicht geklappt hat, haben wir uns entschlossen vorzeitig durch das Nullarbor nach Westaustralien zu fahren um dort Arbeit zu suchen. Die Hoffnung stirbt zu letzt.
Am 28.01.2006 sind wir von Port Augusta nach Minnipa gefahren, dort haben wir den 2. größten Monolithe Australiens gesehen und am Fuße dieses Berges unser Nachtlager aufgeschlagen.
Pildappa-Rock-3- Pildappa-Rock-17-
Als Anne das Auto noch einmal umgeparkt hat, habe ich draußen gewartet und dummerweise fiel mein Blick auf den rechten Vorderreifen und was ich dort sah war gar nicht gut. Der Reifen war an der Innenseite mehr abgefahren als auf der Außenseite und an einer Stelle war sogar das Drahtgeflecht zu sehen, welches in den Reifen eingearbeitet ist. Die linke Seite hatte Innen zwar auch weniger Profil als auf der Außenseiten, dort war es aber nicht so verheerend. Gut, das schreit wohl nach zwei neuen Vorderreifen. Bis zur nächst größeren Stadt waren es aber gute 221 km und die wollte ich eigentlich nicht auf dem Drahtgeflecht eines Reifens fahren. Also Reifewechsel! Alles kein Problem, da wir ja zwei Ersatzreifen haben und ich beide bevor wir nach Alice Springs gefahren sind überprüft habe.
Dann folgte aber eine Überraschung der Nächsten. Der erste Ersatzreifen hatte eine andere Größe als die die wir drauf hatten und als ich beim zweiten, der vorne auf unserem Bullbar montiert ist, die Plane abgemacht habe, dachte ich mich müsste der Schlag treffen. Dort war das Profil förmlich aufgesprengt und man konnte auch hier das Drahtgeflecht sehen. Na schöne S*****e. Ziemlich frustriert und verwirrt darüber wie zwei Reife die vor drei Woche noch in bester Ordnung waren auf einmal so kaputt sein können, bin ich dann schlafen gegangen. Am nächsten Tag sind wir mit dem fast nicht mehr vorhandenen re. Reifen nach Ceduna gefahren. Am Montag haben wir einen sehr netten Mechaniker gefunden, der uns neue Reifen mit ordentlichem Profil aufgezogen hat und uns eine Erklärung für unsere defekten Reifen gegeben hat. Beide Reifen waren zu alt und dem der am Bullbar montiert war, hat die Hitze im Outback wohl nicht gut getan, so dass das Profil richtig aufgerissen ist. Mit zwei neuen Reifen und um ca.180AU$ ärmer sind wir am Cactus Beach vorbei Richtung Westaustralien gefahren.
Cactus-Beach-WA
Ich habe keine Ahnung warum das Wasser pink farbend ist. Sorry!
Von Ceduna, der letzten großen Stadt in South Australia bis Norseman der ersten großen Stadt in Western Australia sind es 1205 km. Auf dieser Strecke hat man vier Attraktionen. Das Nullarbor, die längste absolut, gerade Straße Australiens, Great Australian Bright und eine Telegrafenstation, die fast komplett im Sand verschwunden ist. Nullarbor heiß übersetzt: null Baum und so war es auch. Weit und breit war kein Gewächs aus zumache, welches höher war als 50cm – ziemlich öde Landschaft. Nullarbor-2-
Als nächstes kam die Großartige Australische Bucht, die in der Tat sehr beeindruckend war, da man steil abfallende Klippen gesehen hat. Die Telegrafenstation fand ich eher unspektakulär und die längste gerade Straße fand ich so spannend, dass ich sie glatt verschlafen habe und mich nach 144km die erste Kurve erst wieder aufgeweckt hat.
Old-Telegraphenst-7-
An der Grenze von SA zu WA mussten wir in der Quarantänestation unsere Kofferraumklappe öffnen und dem netten Beamten unsere Essensvorräte zeigen. Man darf nämlich kein frisches Obst, Gemüse, Fleisch, Pflanzen, Samen, Honig etc. nach WA importieren. Verseuchung und so weiter. Wir hatten diesmal vorgesorgt und mussten bloß unseren Honig dort lassen.
Am 3.1. waren wir in Esperance einer kleinen Stadt an der Südküste WA mit einer wundervollen Küstenlandschaft. Dort hat Anne beim ersten Versuch einen Job für organisieren können und ich habe mir eine Schnorchelausrüstung gekauft, die ich gleich im türkis blauem Southern Ozean ausprobiert habe. Ein rund herum erfolgreicher Tag, der schon wunderbar begonnen hatte, da ich am Morgen am Strand lag und mit Dt. telefoniert habe.:)
Beach-Albany-WA-bear Beach-Esperanca-WA-39-bear
Das Wochenende habe wir in Nationalparks und an weißen Stränden mit tief, türkis blauem Wasser verbracht. Die nächste Woche haben wir auf einer Weinplantage gearbeitet und die Weinsträucher von überschüssigen Weintrauben befreit. Diese Arbeit ist ja noch viel langweiliger als Pflaumen, Nektarinen und Pfirsiche auszusortieren. Man läuft die Reihen hoch und runter und schneidet immer acht Bunch (Traube) zwischen zwei Stämmen ab. Das ganze möglichst schnell und nie stehen bleiben. Das Schlagwort war MOVE. Ich glaube ich gehöre nicht zu den schnellsten, was mir aber auch ein bisschen egal ist, da wir nach Stunde bezahlt werden und so länger Arbeit für uns da ist. Man könnte es auch Sabotage im kleinen Stil nennen. Das gute an diesem Job ist, dass ich den ganzen Tag Musik hören kann und so mal in die Gelegenheit kommen meinen MP3-Player nach vergessenen Schätzen zu durch forsten. Ansonsten hatte die Woche nur ein Highlite und zwar konnten wir endlich nach 4 Wochen unser Problem mit der Autoregistrierung klären. Diese Registrierung ist so etwas wie die Zulassung in Dt. und für diese Registrierung muss man jährlich eine Gebühr bezahlen. Diese Gebühr beinhaltet eine Personhaftpflichtversicherung und eine Steuer. Eine Haftpflichtversicherung, die Schäden an gegnerischen KFZ’s übernimmt kann man auch noch abschließen, muss man aber nicht. Wir haben keine, also müssen wir etwas vorsichtiger fahren. Zurück zu unserem Problem. Unser Auto ist in Western Australia zugelassen und dort mussten wir Anfang Januar die fällige Gebühr bezahlen, was wir auch via Telefon und Kreditkarte erledigt hatten. Im Gegenzug bekommt man einen neuen Registrierungsaufkleber zugeschickt, den man sich an die Frontscheibe klebt. Und genau hier beginnt unser Problem, die Postadresse. Wir sind Reisende und haben keine. Die Behörde hat unseren Sticker nach Sydney geschickt, wo wir das Auto gekauft haben. Dort habe ich von Alice Springs aus angerufen und dem Menschen, der genau so gut Englisch konnte wie ich , erklärt er möchte diesen Sticker bitte Postlagernd an das Postamt in Port Augusta zu schicken wo wir nach Alice Springs wieder vorbei kommen würden. Nun braucht Post von Sydney nach Port Augusta auch ca.4-5 Tage und als wir von Port Augusta nach WA aufgebrochen sind war Wochenende, die Post war zu und bis Montag oder Dienstag wollten wir auch nicht warten.. Also dachte wir uns, lassen wir uns den Brief einfach nach WA schicken und schön ist. Nichts war schön. In der Post stellte sich heraus, dass der Brief nie in Port Augusta angekommen ist und quasi verloren gegangen ist. Mhmmm na schön. Die nette Dame in der Post hier in Mt. Barker hat uns aber den Tipp gegeben, dass man sich den Sticker auch in jedem Council Office abholen kann. Und zufälliger Weise befand sich so ein Büro genau auf der anderen Straßenseite. Also sind wir am nächsten Tag dort hinein gestiefelt und hatten nach 1min einen neuen Sticker. So einfach und unkompliziert können sich langwierige Probleme lösen.
Am Freitag haben wir eine Stunde früher Feierabend gemacht und sind nach der Arbeit noch in das Office gefahren wo wir noch andere Arbeiter der Farm getroffen haben und das Wochenende mit kaltem Bier und Cracker begrüßt wurde. In dieser geselligen Runde wurde mir dann irgendwann erzählt, dass man im nächsten Ort wohl gut Tetrhydrocannabinol kaufen kann. Tze, tze, tze ich weiß gar nicht warum die Leute immer meinen mir solche Informationen erzählen zu müssen. KEINE MACHT DEN DROGEN !!! Ich glaube ich muss mir doch eine andere Frisur zulegen. In meinem Reiseführer ist dieser Ort aber auch für sein alternatives Flair bekannt. Und wenn es in dem Reiseführer steht, muss es ja stimmen.:)
Egal.
Am Samstag haben wir im Stirling Range NP den Toolbrunup Peak und den Bluff Knoll bestiegen. Der Weg zum ersten Berg hat mir viel Freude bereitet, weil er ab der Hälfte richtig steil und anspruchsvoll wurde und damit durchaus Alpinen Charakter hatte.
Beim Zweiten war die letzte halbe Stunde ziemlich Ätzend, da sich der Weg elendig lang hingezogen hat. Vom Gipfel gab es eine nette Aussicht und dann mussten wir auch schon wieder runter, da ein kleines Unwetter aufzog. Als wir kurze Zeit später am Fuße standen befand sich der Gipfel in einer dichten, weißen Wolke. Das sah aus, als wenn da oben jemand ein Süppchen kocht und der Dampf vom Berg ins Tal zieht. Sehr schönes Schauspiel.
Stirling-Range-NP-Bluff-Knoll Stirling-Range-NP-Bluff-Knoll-WA-13- Stirling-Range-NP-Bluff-Kno
Den Sonntag haben wir mit einer kleinen netten Wanderung im Porongurup NP verbracht und anschließend sind wir zu unserem Campingplatz in Mt. Barker zurück gefahren, da wir ja am Montag wieder arbeiten gehen müssen. Da der Nachmittag noch jung war und die Sonne herrlich schien sind wir einer lange vernachlässigten Beschäftigung nachgegangen und haben uns in das einzige offene Cafe in Mt. Barker gesetzt, Kaffee getrunken und super leckeren Cheesecake gegessen. Diesmal allerdings mit Capuccino Geschmack.

Zum Schluss noch einige Bilder von mir.
G-O-R-Shelly-Beach-10- IMG_2007
Jutta Niefeldt - 18. Feb, 21:14

Gefärbt?

Hi, Großer - sag mal, ist das dir viele Sonne, die dein Haar so bleicht ? Steht dir auf alle Fälle gut! Und um die Bräune kann ich dich ja nur beneiden (obwohl, Schweizer Wintersonne hat auch gebräunt)
Nun pass weiter hübsch auf, dass dich keine Schlange beißt und kein Baum erschlägt ... bis später
Ma

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