Woche 13.01 – 27.01.2006
Am Freitag den 13.01.2006 haben wir uns von Adelaide aus auf den Weg, in unser bis Dato größtes Abenteuer gemacht. Das Outback!
Auf unserem Weg in die Australische Wüste lagen allerdings noch zwei Nationalparks, die wir uns nicht entgehen lassen wollten. Der Erste war ein eher kleiner NP und hieß Mt. Remarkable NP. Er hat einen ca. 45min langen Walk auf dem man angeblich in den Abendstunden viele Tiere sehen kann, aber außer Kangaroos und einem scheuen Emu konnte ich keinen interessante Tiere ausmachen. Ach doch eine Tierart hat man doch relativ häufig gesehen und zwar lustigen sechsbeinigen, teilw. behaarte Spinnen. Nun bin ich nicht unbedingt ein Spinnenfreund, aber ich konnte es mir nicht nehmen lassen, die schönsten Exemplare zu fotografieren. Sehr spannend fand ich auch wie diese Viecher ihre Netze spinnen und vor allem wie groß. Erstens habe ich das Gefühl, dass die Netze stabiler sind als die von europäischen Spinnen und zweitens unheimlich riesig. Teilweise sind sie 1-2 Quadratmeter groß und man sollte immer schön gucken bevor man spontan in ein Gebüsch springt. Eines Nachts habe ich fast eine Herzattacke bekommen als ich beim Pinkeln vom Pissoir aufschaute und ich eine doch eher große Spinne vor meinen Augen erblickte.

Uhhhja, nun aber schnell mal fertig werden und immer schön gucken was das liebe, liebe Tierchen so macht. Grundsätzlich habe ich keine Spinnenphobie, aber kuscheln mag ich auch nicht mit ihnen. Seit dem habe ich mir angewöhnt immer erst einen prüfenden Blick in Duschen und Toiletten zu werfen bevor ich mich dort länger aufhalte.
In Duschräumen habe ich aber immer so komische Begegnungen. Kurz vor Uluru konnte ich in einem Roadhouse beim Zähneputzen die Bekanntschaft mit einem kleinen Scorpion machen, der da gerade lang lief. Oh dachte ich, du bist zwar niedlich aber trotzdem werde ich mal einen Bogen um dich machen. Ansonsten sind die einzigen lästigen Tiere im Outback Ameisen und Fliegen. Mein absolutes Liebstier ist der Thorny Devil, der sieht zwar ziemlich fies und böse aus, ist aber Menschen gegenüber total friedfertig. Leider habe ich ihn nur hinter einer Glasscheibe im Terrarium gesehen.

Der zweite Nationalpark auf unserer Fahrt ins Outback war der Flinders Range NP. In dem haben wir einen Walk zum Mt. Ohllsen Bagge gemacht. Fragt mich bitte nicht warum der Berg so einen komischen Namen hat. Im Zweifel weil der erste der hier rauf gestiefelt ist Ohllsen hieß. Auf jeden Fall hatten wir vom Gipfel einen herrlichen Weitblick und ich glaube es waren unsere ersten roten Felsen die wir gesehen haben.
Nach den Nationalparks sind wir nach Maree gefahren und von hier wollten wir über ein Teil des Oodnadatta-Tracks nach Coober Pedy fahren. Der Oodnadatta-Track ist eine 630km lange staubige, ungeteerte, schotter Straße, die der 1970 stillgelegten alten Ghanbahnlinie zwischen Maree und Marla an den Stuart Highway folgt. Das Problem bei diesem Trip war, dass unser Auto nicht unbedingt für Offroadgelände gemacht ist, da es weder Allradantrieb noch ein Funkgerät hat und eh schon ziemlich alt ist (ca.20 Jahre). Also haben wir uns auf dem Weg nach Maree an Roadhäusern nach dem Zustand des Weges erkundigt und ob es die Locals für sinnvoll halten das wir mit unserem Auto diese Strecke fahren. Die Straßenbegebenheiten sollten gut sein und unser Auto machte auf die Locals auch einen guten Eindruck und somit sind wir am 17.01.2006 mit 55 Liter Wasser, 40 Liter Reservebenzin und einem etwas flauem Gefühl in der Magengegend in die heiße Wüste Australiens gestartet. Die Einheimische hatte Recht und der Track ließ sich einigermaßen gut fahren. Es gab zwar auch Abschnitte, die wir nur mit Schrittgeschwindigkeit passieren konnten, weile eine Bodenwelle die nächste jagte und unser Auto teilweise mehr in der Luft war als auf dem Boden.

Trotzdem sind wir ganz gut vorangekommen und haben gegen Mittag Wiliam Creek erreicht. In diesem Ort haben wir getankt und uns in dem Roadhouse etwas von den 40°C abgekühlt. Früher als hier noch Cameltreiber, Entdecker und die Gahnbahnlinie vorbeikamen, war in dem Ort bestimmt auch richtig viel los, heute steppt hier nur noch der Sandsturm. Der Ort hat sage und schreibe eine Population von 12 Menschen. Aber immerhin gibt es dort ein Roadhouse, ein Campingplatz, einen zweiten Pub, ein Museumspark in dem man technische Gegenstände aus dem 19 und 20 Jahrhundert bestaunen kann und eine Parkuhr die vor dem einzigen Schattenparkplatz im ganzen Ort steht. Ich muss schon sagen die wenigen Einwohner
haben den Kapitalismus voll verstanden. Wie gesagt der einzige Grund dort anzuhalten ist eigentlich das Roadhouse. Bekannt ist dieses Roadhouse auch für sein Sammelsurium jegliche Art von Ausweisen, Führerscheine, T-Shirts, Unterwäsche u.s.w, was vorbeikommende Gäste hier an die Decke, Wände, Tresen und Türen Tackern.
Wirklich ein sehr bizarrer Ort. Beim Thema bizarr darf ich natürlich die Landschaft durch die wir gefahren sind nicht vergessen. Kilometer weit nichts außer braune Schotterebene, rote Sanddünen, vertrocknetes Spinnifexgras und ab und zu mal ein Baum. Ich muss schon sagen auf seine Art ist diese Landschaft schon faszinierend aber auch extrem Alexfeindslich. Diese Hitze und dieser Staub, der totale Wahnsinn, so etwas habe ich noch nicht erlebt.
Allein beim Sitzen hatte ich binnen kürzester Zeit klitsch nasse Arme, Beine und mein T-Shirt hätte ich auswringen können. Ich glaube ich habe mich in der Zeit, als wir im Roten Centrum waren min. dreimal komplett Entschlackt und gesäubert. Sechs Liter Flüssigkeit am Tag waren kein Problem. Nein also dieses Klima ist nichts für mich und ich habe Hochachtung vor den Menschen die hier vor 100 Jahren gelebt haben und die Städte im Outback aufgebaut haben. Ich meine heute ist es zwar immer noch unerträglich heiß, aber dafür hat hier auch jede noch so baufällige Hütte eine Klimaanlage.
Hinter Wiliam Creek haben wir den eigentlichen Oodnadatta-Track verlassen und sind nach Coober Pedy abgebogen. Coober Pedy existiert nur, weil hier 1915 Opale gefunden wurden und seitdem Mensch und Maschine den Untergrund nach diesem kostbaren Gestein durchlöchern. Die Landschaft um Coober Pedy herum gleicht ein bisschen einer Mondlandschaft. Überall Krater und weiße Schuttberge, die Maulwurfshügel gleichen. Unsere Nacht haben wir in einem so genannten Dugout-Campingground verbracht. Dugout sind Wohnungen oder halt Campingplätze unter der Erde in stillgelegten Opalminen. Das gute an dieser Bauweise ist, dass dort unten immer kontinuierliche 25°C herrschen und man somit das Geld für eine Klimaanlage sparen kann. Für uns war es mal etwas anderes und ich konnte endlich mal wieder eine Nacht gut schlafen.

In den darauf folgenden 1,5 tagen sind wir ziemlich direkt zum Ayers-Rock und den Olgas gefahren. Tja und da war ich nun im Uluru-Kata Tjuta National Park, habe die Olgas und den „berühmten“ Ayers-Rock gesehen, aber irgendwie war ich gar nicht so begeistert von diesen Monolithen.
Und jetzt wo ich hier sitze und diesen Bericht tippe, fällt es mir sogar schwer über diese Gesteine zu schreiben, da mir einfach nichts Passendes einfallen will.
Wir sind gegen Mittag im Uluru-Resort angekommen, haben auf dem hiesigen Campingplatz eingecheckt und haben uns dann im Touristeninformationszentrum etwas über die Tierwelt in der Wüste informiert. Anschließend sind wir mit dem Auto in den Uluru-Kata Tjuta Nationlapark gefahren und haben zu erst den Olgas einen Besuch abgestattet. Am Abend haben wir uns den Sonnenuntergang am Uluru angeschaut, welches ein sehr lustiges Schauspiel war. Um den Uluru herum führt eine Straßen, an dieser Straße gibt es zwei riesige Haltbuchten, eine für den Sunset und eine für den Sunrise und nur an diesen Stellen darf man anhalten und den Sonnenuntergang oder Aufgang bestaunen. Nun zum Schauspiel, die Menschen kommen, trinken Bier oder Kaffee und warten auf den Sonnenuntergang/aufgang. Wenn dieser dann gekommen ist, macht jeder ein hübsches Bild mit Mutti oder Pappi vorm Uluru und anschließend fahren allen wieder in ihre Hotels zurück.

Ehrlich man starrt auf diesen roten Felsen als wenn jeden Augenblick ein Wunder geschehen würde, dabei geht nur die Sonne unter. Ätzend, ich hasse Massentourismus. Ich weiß ich reihe mich in die Schlange ein, da auch ich anwesend war und diesen Klotz fotografiert habe aber spaß hat es nicht gemacht. Gefühlsmäßig fand ich es einerseits aberwitzig, andererseits hat mich dieses Schauspiel sehr angewidert. Nachdem am nächsten Morgen das Sonnenaufgangsspektakel überstanden war, haben wir uns einer vom Ranger geführten Tour entlang des Ulurus angeschlossen. Auf dieser sehr interessanten Tour hat uns der Guide einiges über die Aboriginal Kultur und was der Uluru für sie bedeutet erzählt. Anschließend sind wir noch in das Cultur Centre gefahren in dem wir noch einmal einiges über die Kultur und Kunst der Aboriginals erfahren haben. Zur Kunst und Kultur der Ureinwohner muss ich feststellen, finde ich absolut keinen Zugang, ich respektiere zwar ihre Sitten, Bräuche und Geschichten aber verstehen kann ich sie nicht.
Abschließend stelle ich fest, dass Ayers-Rock und Olgas schon beeindruckende Berge in einer sehr faszinierenden Landschaft sind und ich denke wenn man in Australien ist, gehören diese Felsen auf die „Must to see“ Liste, einfach weil es der Ayers-Rock ist. Auf meiner Liste in meinem Kopf kam ein dicker, fetter, roter ERLIGT Stempel hinter diesen Monolith und ich werde ihn als einzigartiges Erlebnis in Erinnerung behalten.
Die nächste Felsformation, die auf unserem Programm stand war der Kings Canyon.
Und ich muss sagen, den fand ich dreimal spannender als Uluru, was natürlich auch daran gelegen haben kann, dass er nicht so sehr mit Touristen übersäht war.
Wir haben eine schöne 3 Stunden Wanderung gemacht, bei der ich lustig über die Felsen gesprungen bin und Anne teilweise einer Herzattacke sehr nah war, weil ich wohl einige male sehr nah am Abgrund war. Naja Ansichtssache, auch meine Worte „Ich weiß schon was ich mache.“ konnte sie da irgendwie nicht beruhigen.

Eine Pause haben wir im Garden of Eden gemacht, was eine wirklich wunderschöne Oase mit grüne Palmen, roten Felsen und einem kleinen See ist. Das Bad in diesem See war eine echte Wohltat und eines der schönsten Erlebnisse hier.
Irgendwann haben wir endlich unser Ziel Alice Springs erreicht. Von dieser Stadt gibt es eigentlich nicht viel zu berichten. Sie ist eine mittel große Stadt, die weder total hübsch noch unendlich hässlig ist, halt einfach eine durchschnittliche Stadt. Entstanden ist Alice Springs, weil es hier Wasser gab und man eine Telegrafenstation hier aufgebaut hatte. Diese Telegrafenstation und damit auch die Telegrafenleitung war vor 150 Jahren die einzige Verbindung zwischen dem Süden und dem Norden und zum Festland. Diese historische Station kann man heute noch besichtigen und ist wirklich interessant. Des weiteren haben wir uns die School of Air, den Royal Flying Doctor Service und den Desert Park angeschaut. Mit der School of Air ist nicht etwa eine Flugschule gemeint, sondern eine Schule, die Kinder im Outback via Funkgerät und Internet unterrichten. Diese Art Kinder zu unterrichten, die zu weit entfernt von einer gewöhnlichen Schule sind, wurde von den Royal Flying Doctors eingeführt als man das Funkgerät erfunden hatte und dieses System ist bis heute erfolgreich. Der Notendurchschnitt dieser Kinder kann sich sehen lassen und ist mit einer herkömmlichen Schule vergleichbar. Außerdem werden diese Kinder interaktiv unterrichtet, wovon andere Kinder nur träumen können.
Im Desert Park kann man viel über Tiere und Pflanzen, die in der Wüste leben und wachsen erfahren. Sehr unterhaltsam.
Zwei Tage nachdem wir Alice Springs Richtung Südküste verlassen hatten, erreichten wir Woomera. Woomera ist ein Raketenversuchsgelände und wurde von den Engländern nach dem 2. Weltkrieg ins Leben gerufen, da sie an hand der V1 und V2 gemerkt haben, dass es nicht schlecht sein kann, Raketen angetriebene Bomben zu entwickeln, zu testen und letztendlich auch zu besitzen. Zwischen 1952 und 1963 wurden hier sogar sieben Atombomben gezündet und hundert weitere nuklear Tests durchgeführt. Hier wurden aber nicht nur Waffen entwickelt, sondern auch einige Raketen, die Satteliten oder ähnliches ins All befördert haben.
Wir haben uns das hiesige Museum angeguckt und sind danach zurück zu unserem Ausgangspunkt der ganzen Outback Reise, Mt. Remarkable gefahren um dort zu nächtigen.
Mein Fazit zu diesem Outbackerlebnis.
Es waren zwei scheiße heiße Wochen in denen ich so sehr wie noch nie zu vor in meinem Leben geschwitzt habe und ich dachte die Sonne lässt mein Hirn zu einer Rosine schrumpfen. Nur mal um euch eine Vorstellung von den Temperaturen zu geben, tags über hatten wir 43°C und in der Nacht 28-30°C. Ich war in einem Pool baden der so warm war, dass er gar nicht mehr erfrischend war. Meine T-Shirts und Hosen hätte ich hinterher eigentlich an eine Salzraffinerie verkaufen können.
Landschaftlich waren es aber auch zwei sehr eindrucksvolle Wochen, in denen ich ein ganz anderes Gesicht Australiens sehen durfte. Eigentlich das Australien, welches man im TV sieht und wie man es sich vorstellt. Weites, offenes, rotes und staubiges, Lebendsfeindliche Land.
Es waren zwei lehrreiche Wochen. Erstens werde ich nie, nie wieder diesen Teil der Erde im heißesten Monat bereisen und wenn doch dann nur mit Klimaanlage. Zweitens werde ich Offroadstraßen im Outback nur noch mit einem 4WD Car befahren. Letztendlich waren es aber viele interessante und spannende Erlebnissen und Erfahrungen.
Einen Satz möchte ich noch zu den Nächten im Outback verlieren. Da sich meistens keine Wolken am Himmel befinden, kann man wunderbar den fantastischen Sternenhimmel beobachten. Meistens saß ich nachts noch draußen, habe Musik gehört, Rotwein getrunken und einfach nur meinen Blick in diesem Lichtermeer verloren. So viele Sterne habe ich noch nie gesehen. Ab und zu musste ich an meine Oma denke, die früher Astronomie unterrichtet hat. Sie hätte mir bestimmt einige Sternbilder zeigen können.
Unser Plan für die nächste Zeit sah eigentlich folgender maßen aus. Da wir nach knapp 4500km erst einmal genug vom Auto fahren hatten und auf unseren Konten ebbe war, wollten wir die nächsten zwei Wochen in Südaustralien arbeiten gehen. Danach hatten wir geplant nach Westaustralien zu fahren uns Perth und die Westküste anzugucken und anschließend zurück nach Sydney zu reisen, von wo aus Anne im März nach Berlin zurück fliegt.
Wie ihr euch sicher denken könnt hat dieser Plan wieder einmal nicht richtig funktioniert. Das Problem war, dass wir in der Gegen in der wir nach Arbeit gesucht haben, keine Arbeit gefunden. Wir haben den gesamten Freitag damit verbracht Farmen anzurufen und in der Umgebung nach Arbeit zu fragen. Ohne Erfolg. Also haben wir unseren Plan den Gegebenheiten angepasst und haben uns auf den Weg nach Westaustralien gemacht.
Dort sind wir mittlerweile auch gesund und munter angekommen und Anne konnte sogar beim ersten Versuch einen Job für uns an Land ziehen. Seit Montag arbeiten wir auf einer Weinfarm und erleichtern mal wieder die Rebstöcke von überschüssigen Früchten.
Dazu aber nächste Woche mehr.
Auf den unteren Bildern seht ihr kein Schneefeld, sondern einen ausgetrockneten Salzsee, den wir kurz vor Woomera gesehen haben.

Auf unserem Weg in die Australische Wüste lagen allerdings noch zwei Nationalparks, die wir uns nicht entgehen lassen wollten. Der Erste war ein eher kleiner NP und hieß Mt. Remarkable NP. Er hat einen ca. 45min langen Walk auf dem man angeblich in den Abendstunden viele Tiere sehen kann, aber außer Kangaroos und einem scheuen Emu konnte ich keinen interessante Tiere ausmachen. Ach doch eine Tierart hat man doch relativ häufig gesehen und zwar lustigen sechsbeinigen, teilw. behaarte Spinnen. Nun bin ich nicht unbedingt ein Spinnenfreund, aber ich konnte es mir nicht nehmen lassen, die schönsten Exemplare zu fotografieren. Sehr spannend fand ich auch wie diese Viecher ihre Netze spinnen und vor allem wie groß. Erstens habe ich das Gefühl, dass die Netze stabiler sind als die von europäischen Spinnen und zweitens unheimlich riesig. Teilweise sind sie 1-2 Quadratmeter groß und man sollte immer schön gucken bevor man spontan in ein Gebüsch springt. Eines Nachts habe ich fast eine Herzattacke bekommen als ich beim Pinkeln vom Pissoir aufschaute und ich eine doch eher große Spinne vor meinen Augen erblickte.

Uhhhja, nun aber schnell mal fertig werden und immer schön gucken was das liebe, liebe Tierchen so macht. Grundsätzlich habe ich keine Spinnenphobie, aber kuscheln mag ich auch nicht mit ihnen. Seit dem habe ich mir angewöhnt immer erst einen prüfenden Blick in Duschen und Toiletten zu werfen bevor ich mich dort länger aufhalte.
In Duschräumen habe ich aber immer so komische Begegnungen. Kurz vor Uluru konnte ich in einem Roadhouse beim Zähneputzen die Bekanntschaft mit einem kleinen Scorpion machen, der da gerade lang lief. Oh dachte ich, du bist zwar niedlich aber trotzdem werde ich mal einen Bogen um dich machen. Ansonsten sind die einzigen lästigen Tiere im Outback Ameisen und Fliegen. Mein absolutes Liebstier ist der Thorny Devil, der sieht zwar ziemlich fies und böse aus, ist aber Menschen gegenüber total friedfertig. Leider habe ich ihn nur hinter einer Glasscheibe im Terrarium gesehen.

Der zweite Nationalpark auf unserer Fahrt ins Outback war der Flinders Range NP. In dem haben wir einen Walk zum Mt. Ohllsen Bagge gemacht. Fragt mich bitte nicht warum der Berg so einen komischen Namen hat. Im Zweifel weil der erste der hier rauf gestiefelt ist Ohllsen hieß. Auf jeden Fall hatten wir vom Gipfel einen herrlichen Weitblick und ich glaube es waren unsere ersten roten Felsen die wir gesehen haben.

Nach den Nationalparks sind wir nach Maree gefahren und von hier wollten wir über ein Teil des Oodnadatta-Tracks nach Coober Pedy fahren. Der Oodnadatta-Track ist eine 630km lange staubige, ungeteerte, schotter Straße, die der 1970 stillgelegten alten Ghanbahnlinie zwischen Maree und Marla an den Stuart Highway folgt. Das Problem bei diesem Trip war, dass unser Auto nicht unbedingt für Offroadgelände gemacht ist, da es weder Allradantrieb noch ein Funkgerät hat und eh schon ziemlich alt ist (ca.20 Jahre). Also haben wir uns auf dem Weg nach Maree an Roadhäusern nach dem Zustand des Weges erkundigt und ob es die Locals für sinnvoll halten das wir mit unserem Auto diese Strecke fahren. Die Straßenbegebenheiten sollten gut sein und unser Auto machte auf die Locals auch einen guten Eindruck und somit sind wir am 17.01.2006 mit 55 Liter Wasser, 40 Liter Reservebenzin und einem etwas flauem Gefühl in der Magengegend in die heiße Wüste Australiens gestartet. Die Einheimische hatte Recht und der Track ließ sich einigermaßen gut fahren. Es gab zwar auch Abschnitte, die wir nur mit Schrittgeschwindigkeit passieren konnten, weile eine Bodenwelle die nächste jagte und unser Auto teilweise mehr in der Luft war als auf dem Boden.

Trotzdem sind wir ganz gut vorangekommen und haben gegen Mittag Wiliam Creek erreicht. In diesem Ort haben wir getankt und uns in dem Roadhouse etwas von den 40°C abgekühlt. Früher als hier noch Cameltreiber, Entdecker und die Gahnbahnlinie vorbeikamen, war in dem Ort bestimmt auch richtig viel los, heute steppt hier nur noch der Sandsturm. Der Ort hat sage und schreibe eine Population von 12 Menschen. Aber immerhin gibt es dort ein Roadhouse, ein Campingplatz, einen zweiten Pub, ein Museumspark in dem man technische Gegenstände aus dem 19 und 20 Jahrhundert bestaunen kann und eine Parkuhr die vor dem einzigen Schattenparkplatz im ganzen Ort steht. Ich muss schon sagen die wenigen Einwohner
haben den Kapitalismus voll verstanden. Wie gesagt der einzige Grund dort anzuhalten ist eigentlich das Roadhouse. Bekannt ist dieses Roadhouse auch für sein Sammelsurium jegliche Art von Ausweisen, Führerscheine, T-Shirts, Unterwäsche u.s.w, was vorbeikommende Gäste hier an die Decke, Wände, Tresen und Türen Tackern.

Wirklich ein sehr bizarrer Ort. Beim Thema bizarr darf ich natürlich die Landschaft durch die wir gefahren sind nicht vergessen. Kilometer weit nichts außer braune Schotterebene, rote Sanddünen, vertrocknetes Spinnifexgras und ab und zu mal ein Baum. Ich muss schon sagen auf seine Art ist diese Landschaft schon faszinierend aber auch extrem Alexfeindslich. Diese Hitze und dieser Staub, der totale Wahnsinn, so etwas habe ich noch nicht erlebt.

Allein beim Sitzen hatte ich binnen kürzester Zeit klitsch nasse Arme, Beine und mein T-Shirt hätte ich auswringen können. Ich glaube ich habe mich in der Zeit, als wir im Roten Centrum waren min. dreimal komplett Entschlackt und gesäubert. Sechs Liter Flüssigkeit am Tag waren kein Problem. Nein also dieses Klima ist nichts für mich und ich habe Hochachtung vor den Menschen die hier vor 100 Jahren gelebt haben und die Städte im Outback aufgebaut haben. Ich meine heute ist es zwar immer noch unerträglich heiß, aber dafür hat hier auch jede noch so baufällige Hütte eine Klimaanlage.
Hinter Wiliam Creek haben wir den eigentlichen Oodnadatta-Track verlassen und sind nach Coober Pedy abgebogen. Coober Pedy existiert nur, weil hier 1915 Opale gefunden wurden und seitdem Mensch und Maschine den Untergrund nach diesem kostbaren Gestein durchlöchern. Die Landschaft um Coober Pedy herum gleicht ein bisschen einer Mondlandschaft. Überall Krater und weiße Schuttberge, die Maulwurfshügel gleichen. Unsere Nacht haben wir in einem so genannten Dugout-Campingground verbracht. Dugout sind Wohnungen oder halt Campingplätze unter der Erde in stillgelegten Opalminen. Das gute an dieser Bauweise ist, dass dort unten immer kontinuierliche 25°C herrschen und man somit das Geld für eine Klimaanlage sparen kann. Für uns war es mal etwas anderes und ich konnte endlich mal wieder eine Nacht gut schlafen.

In den darauf folgenden 1,5 tagen sind wir ziemlich direkt zum Ayers-Rock und den Olgas gefahren. Tja und da war ich nun im Uluru-Kata Tjuta National Park, habe die Olgas und den „berühmten“ Ayers-Rock gesehen, aber irgendwie war ich gar nicht so begeistert von diesen Monolithen.
Und jetzt wo ich hier sitze und diesen Bericht tippe, fällt es mir sogar schwer über diese Gesteine zu schreiben, da mir einfach nichts Passendes einfallen will.
Wir sind gegen Mittag im Uluru-Resort angekommen, haben auf dem hiesigen Campingplatz eingecheckt und haben uns dann im Touristeninformationszentrum etwas über die Tierwelt in der Wüste informiert. Anschließend sind wir mit dem Auto in den Uluru-Kata Tjuta Nationlapark gefahren und haben zu erst den Olgas einen Besuch abgestattet. Am Abend haben wir uns den Sonnenuntergang am Uluru angeschaut, welches ein sehr lustiges Schauspiel war. Um den Uluru herum führt eine Straßen, an dieser Straße gibt es zwei riesige Haltbuchten, eine für den Sunset und eine für den Sunrise und nur an diesen Stellen darf man anhalten und den Sonnenuntergang oder Aufgang bestaunen. Nun zum Schauspiel, die Menschen kommen, trinken Bier oder Kaffee und warten auf den Sonnenuntergang/aufgang. Wenn dieser dann gekommen ist, macht jeder ein hübsches Bild mit Mutti oder Pappi vorm Uluru und anschließend fahren allen wieder in ihre Hotels zurück.

Ehrlich man starrt auf diesen roten Felsen als wenn jeden Augenblick ein Wunder geschehen würde, dabei geht nur die Sonne unter. Ätzend, ich hasse Massentourismus. Ich weiß ich reihe mich in die Schlange ein, da auch ich anwesend war und diesen Klotz fotografiert habe aber spaß hat es nicht gemacht. Gefühlsmäßig fand ich es einerseits aberwitzig, andererseits hat mich dieses Schauspiel sehr angewidert. Nachdem am nächsten Morgen das Sonnenaufgangsspektakel überstanden war, haben wir uns einer vom Ranger geführten Tour entlang des Ulurus angeschlossen. Auf dieser sehr interessanten Tour hat uns der Guide einiges über die Aboriginal Kultur und was der Uluru für sie bedeutet erzählt. Anschließend sind wir noch in das Cultur Centre gefahren in dem wir noch einmal einiges über die Kultur und Kunst der Aboriginals erfahren haben. Zur Kunst und Kultur der Ureinwohner muss ich feststellen, finde ich absolut keinen Zugang, ich respektiere zwar ihre Sitten, Bräuche und Geschichten aber verstehen kann ich sie nicht.
Abschließend stelle ich fest, dass Ayers-Rock und Olgas schon beeindruckende Berge in einer sehr faszinierenden Landschaft sind und ich denke wenn man in Australien ist, gehören diese Felsen auf die „Must to see“ Liste, einfach weil es der Ayers-Rock ist. Auf meiner Liste in meinem Kopf kam ein dicker, fetter, roter ERLIGT Stempel hinter diesen Monolith und ich werde ihn als einzigartiges Erlebnis in Erinnerung behalten.
Die nächste Felsformation, die auf unserem Programm stand war der Kings Canyon.
Und ich muss sagen, den fand ich dreimal spannender als Uluru, was natürlich auch daran gelegen haben kann, dass er nicht so sehr mit Touristen übersäht war.
Wir haben eine schöne 3 Stunden Wanderung gemacht, bei der ich lustig über die Felsen gesprungen bin und Anne teilweise einer Herzattacke sehr nah war, weil ich wohl einige male sehr nah am Abgrund war. Naja Ansichtssache, auch meine Worte „Ich weiß schon was ich mache.“ konnte sie da irgendwie nicht beruhigen.

Eine Pause haben wir im Garden of Eden gemacht, was eine wirklich wunderschöne Oase mit grüne Palmen, roten Felsen und einem kleinen See ist. Das Bad in diesem See war eine echte Wohltat und eines der schönsten Erlebnisse hier.

Irgendwann haben wir endlich unser Ziel Alice Springs erreicht. Von dieser Stadt gibt es eigentlich nicht viel zu berichten. Sie ist eine mittel große Stadt, die weder total hübsch noch unendlich hässlig ist, halt einfach eine durchschnittliche Stadt. Entstanden ist Alice Springs, weil es hier Wasser gab und man eine Telegrafenstation hier aufgebaut hatte. Diese Telegrafenstation und damit auch die Telegrafenleitung war vor 150 Jahren die einzige Verbindung zwischen dem Süden und dem Norden und zum Festland. Diese historische Station kann man heute noch besichtigen und ist wirklich interessant. Des weiteren haben wir uns die School of Air, den Royal Flying Doctor Service und den Desert Park angeschaut. Mit der School of Air ist nicht etwa eine Flugschule gemeint, sondern eine Schule, die Kinder im Outback via Funkgerät und Internet unterrichten. Diese Art Kinder zu unterrichten, die zu weit entfernt von einer gewöhnlichen Schule sind, wurde von den Royal Flying Doctors eingeführt als man das Funkgerät erfunden hatte und dieses System ist bis heute erfolgreich. Der Notendurchschnitt dieser Kinder kann sich sehen lassen und ist mit einer herkömmlichen Schule vergleichbar. Außerdem werden diese Kinder interaktiv unterrichtet, wovon andere Kinder nur träumen können.
Im Desert Park kann man viel über Tiere und Pflanzen, die in der Wüste leben und wachsen erfahren. Sehr unterhaltsam.
Zwei Tage nachdem wir Alice Springs Richtung Südküste verlassen hatten, erreichten wir Woomera. Woomera ist ein Raketenversuchsgelände und wurde von den Engländern nach dem 2. Weltkrieg ins Leben gerufen, da sie an hand der V1 und V2 gemerkt haben, dass es nicht schlecht sein kann, Raketen angetriebene Bomben zu entwickeln, zu testen und letztendlich auch zu besitzen. Zwischen 1952 und 1963 wurden hier sogar sieben Atombomben gezündet und hundert weitere nuklear Tests durchgeführt. Hier wurden aber nicht nur Waffen entwickelt, sondern auch einige Raketen, die Satteliten oder ähnliches ins All befördert haben.
Wir haben uns das hiesige Museum angeguckt und sind danach zurück zu unserem Ausgangspunkt der ganzen Outback Reise, Mt. Remarkable gefahren um dort zu nächtigen.
Mein Fazit zu diesem Outbackerlebnis.
Es waren zwei scheiße heiße Wochen in denen ich so sehr wie noch nie zu vor in meinem Leben geschwitzt habe und ich dachte die Sonne lässt mein Hirn zu einer Rosine schrumpfen. Nur mal um euch eine Vorstellung von den Temperaturen zu geben, tags über hatten wir 43°C und in der Nacht 28-30°C. Ich war in einem Pool baden der so warm war, dass er gar nicht mehr erfrischend war. Meine T-Shirts und Hosen hätte ich hinterher eigentlich an eine Salzraffinerie verkaufen können.
Landschaftlich waren es aber auch zwei sehr eindrucksvolle Wochen, in denen ich ein ganz anderes Gesicht Australiens sehen durfte. Eigentlich das Australien, welches man im TV sieht und wie man es sich vorstellt. Weites, offenes, rotes und staubiges, Lebendsfeindliche Land.
Es waren zwei lehrreiche Wochen. Erstens werde ich nie, nie wieder diesen Teil der Erde im heißesten Monat bereisen und wenn doch dann nur mit Klimaanlage. Zweitens werde ich Offroadstraßen im Outback nur noch mit einem 4WD Car befahren. Letztendlich waren es aber viele interessante und spannende Erlebnissen und Erfahrungen.
Einen Satz möchte ich noch zu den Nächten im Outback verlieren. Da sich meistens keine Wolken am Himmel befinden, kann man wunderbar den fantastischen Sternenhimmel beobachten. Meistens saß ich nachts noch draußen, habe Musik gehört, Rotwein getrunken und einfach nur meinen Blick in diesem Lichtermeer verloren. So viele Sterne habe ich noch nie gesehen. Ab und zu musste ich an meine Oma denke, die früher Astronomie unterrichtet hat. Sie hätte mir bestimmt einige Sternbilder zeigen können.
Unser Plan für die nächste Zeit sah eigentlich folgender maßen aus. Da wir nach knapp 4500km erst einmal genug vom Auto fahren hatten und auf unseren Konten ebbe war, wollten wir die nächsten zwei Wochen in Südaustralien arbeiten gehen. Danach hatten wir geplant nach Westaustralien zu fahren uns Perth und die Westküste anzugucken und anschließend zurück nach Sydney zu reisen, von wo aus Anne im März nach Berlin zurück fliegt.
Wie ihr euch sicher denken könnt hat dieser Plan wieder einmal nicht richtig funktioniert. Das Problem war, dass wir in der Gegen in der wir nach Arbeit gesucht haben, keine Arbeit gefunden. Wir haben den gesamten Freitag damit verbracht Farmen anzurufen und in der Umgebung nach Arbeit zu fragen. Ohne Erfolg. Also haben wir unseren Plan den Gegebenheiten angepasst und haben uns auf den Weg nach Westaustralien gemacht.
Dort sind wir mittlerweile auch gesund und munter angekommen und Anne konnte sogar beim ersten Versuch einen Job für uns an Land ziehen. Seit Montag arbeiten wir auf einer Weinfarm und erleichtern mal wieder die Rebstöcke von überschüssigen Früchten.
Dazu aber nächste Woche mehr.
Auf den unteren Bildern seht ihr kein Schneefeld, sondern einen ausgetrockneten Salzsee, den wir kurz vor Woomera gesehen haben.

vollton38 - 9. Feb, 09:07
Jutta Niefeldt - 9. Feb, 20:50
Oh man, was für ein Abenteuer! Ich habe mit Janek im Krüger-Nationalpark erfahren, wie sich 43°C anfühlen. Aber das war nur eine relativ kurze Zeit und wir saßen im Auto mit Klimaanlage. Ich bin also froh, dass du nicht durchgebraten aus dieser Hitze zurück bist. Ansonsten erfüllt mich wiederum Neid wegen der irren Erfahrungen. Toll, dass ihr das Land so intensiv bereist!
Passt weiter auf euch auf!
Ma
Passt weiter auf euch auf!
Ma

Welten
Ist schon lustig, von Ferne mitzuerleben, wie Ihr da durch eine voellig andere Welt spaziert. Und der Kontrast ist doch ziemlich extrem:
http://home.arcor.de/toar/pict_blassengrat_200602/page_01.html
Spannend, interessant und neu an vielen Ecken sind beide Varianten (naja, Australien bisschen mehr als die Alpen, das zugegeben :-), also weiter alles Gute beim Entdecken Euch, dort drueben!
Schoenen Gruss,
Tobias