15.04.- 15.05.2006
So nach knapp vier Wochen schreibstille dachte ich mir könnte ich mal wieder ein Lebenszeichen und ein paar Zeilchen von mir geben.
Die letzten Wochen habe ich damit verbracht von Victoria über New South Wales nach Queensland zu fahren, um mir mal die Ostküste etwas genauer anzugucken.
Zu erst einmal möchte ich aber meinem Opa in Rostock danken, der in seinem unheimlich vielbeschäfftigtem Rentnerdasein doch Zeit gefunden hat und Lexika und Reiseliteratur gewälzt hat um der Frage nach zu gehen welcher nun der größte Monolith auf der Welt ist? Ayers Rock oder Mt. Augusta? Ihr erinnert euch sicher an das kleine Problem was Anne und ich hatten? Des Rätsels Lösung ist: Mt. Augusta ist der größte Monolith und Ayers Rock wurde demnach auf Platz zwei verbannt. Gut nun wäre das also auch geklärt und wenn ich mal bei Günther Jauch sitzen sollte ist mein Opa auf jeden Fall mein Tel.-Joker.
Nach fast 20 Tagen kontinuierliches Arbeiten von Morgens 6:00 Uhr bis Abends 19:00 Uhr im Kühllager, dachte ich mir könnte ich mal wieder Urlaub in der Sonne machen. Also habe ich am 15.04.06 den lauschigen Ort Robinvale verlassen und bin über das Innland nach Sydney gefahren. Ich muss zugeben, dass mir der Abschied von dieser Arbeitsstelle etwas schwer fiel, da es die erste Arbeit war die durchgehend Spaß gemacht hat und weil ich wieder lustige Leute kennen gelernt habe. Fazit: die kleinen, dunklen Weintrauben sind meistens die Besten und in einer meiner nächsten Urlaube werde ich mir mal Korea anschauen.
In Sydney habe ich mich in einem Hostel eingemietet, da mir der Campingplatz zu weit außerhalb lag. Eigentlich wollte ich nur eine Nacht dort bleiben, da ich etwas organisatorisches erledigen musste, aber wie es der Zufall so will bin ich Abends in gemütlicher Runde bei einem schönen kühlen Bierchen mit einer Backpackerin aus der Schweiz ins Gespräch gekommen und bei den Standartfragen (Wo kommst du her, Wie lange bist du schon in AU, Wo willst du hin?) stellte sich heraus, dass Sie auch nach Queensland möchte und ob ich sie nicht mit nehmen kann? Mhmmm von soviel Spontaneität war ich erst mal etwas sprachlos. Ich meine dieses Mädel kannte mich erst seit einigen Minuten und fragt mich ob ich sie mit mir einige Wochen durch die Gegend ziehen kann. Aber gut dachte ich mir, da Sie mir Sympathisch war und sich dadurch auch meine Reisekosten minimieren würden, warum nicht. Und wenn es nicht geht, kann man ja immer noch getrennte Wege gehen. Außerdem hat man zu zweit eh mehr Spass. Nachdem ich meine Sprache wieder erlangt hatte, besprachen wir wie sie sich und ich mir das ganze so vorstelle. Der Hacken war nur, dass sie sich noch einige Tage lang Sydney anschauen wollte. Damit konnte ich leben, da ich so auch mal wieder in den Genuss des Großstadtfeelings kam.
Kurz zur Person: ihr Name ist Steffi, 26 Jahre jung, kommt wie gesagt aus der Schweiz (ich glaube der Ort hieß Tun oder so) und betreut normalerweise Kindern in einer Kindertagesstädte. Extrem Tierlieb ist diese Frau auch noch, alles was nicht gerade 8 Beine und 4 Augen hat würde sie am liebsten Anfassen und Füttern. Durch Anne war ich ja schon einiges gewohnt, aber Steffi war Zeitweise noch einen Zacken schärfer. In Sydney saßen wir abends auf der Dachterrasse und haben den ungefähren Reiseverlauf besprochen, da erspäht sie einen mittelgroßen, braunen Käfer mit langen Antennen auf dem Kopf der auf dem Fußboden herum krabbelt. Als sie sich zu ihm herunter beugt um ihn anzufassen, sage ich ihr, dass dieses possierliche Tierchen eine Schabe oder Kackerlake sei und man so etwas normalerweise Tötet. Dann wollte sie es auf einmal doch nicht mehr anfassen. Manchmal nimmt Tierliebe doch seltsame Züge an.
Nach einigen Tagen Sydney haben wir uns auf den Weg nach Queensland gemacht. Unser erster wirklich erwähnenswerter Stopp war ein kleiner Ort an der Grenze zu Queensland. Nimbin Seit dem Auqarius Festival 1973 ist er der Pilgerhort für jeden Hippie und bekannt für einen extrem alternativen Lebensstil, man könnte es schon fast Kommune nennen. Wir sind am späten Nachmittag angekommen und man hatte den Eindruck, dass man sich, nach dem passieren des Ortseinganges im Jahre 1970 wieder gefunden hat. So viele schräge und extrem entspannte Gestalten sind mir wirklich selten bis noch gar nicht begegnet. Auf unserer ersten Runde durch den Ort, kam ein, ich gebe es zu etwas schmuddeliger oder sagen wir sehr natur belassender Mann an unser Auto und wollte uns irgendetwas sagen oder verkaufen. Dazu kam es aber nicht, da Steffi leicht panisch mir zu verstehen gab, bitte nicht anzuhalten sondern ihn einfach zu ignorieren. Schade wäre bestimmt lustig geworden. Zur Nacht haben wir uns auf den örtlichen Campingplatz gestellt und mit Einbruch der Dunkelheit lag ein Geruch über dem Platz der keine Fragen offen ließ. Von unserem Nachbarn haben wir den ganzen Abend eigentlich nur die Füße gesehen, die noch aus dem offenen Zelt ragten. Nimbin hat nur zwei wirkliche Attraktionen, 1. die Bewohner, von denen man bei einigen glauben könnte, dass sie die 70iger nie verlassen haben – THC Produkte soll das Raum-Zeitgefüge ja um einiges dehnen (habe ich gehört) und 2. die Hauptstrasse, die mit lustig, bunt bemalten Häusern gespickt ist und in denen sich kleine Geschäfte befinden in denen man allerlei Öko und Hanfprodukte kaufen kann. In Australien ist das Besitzen, Konsumieren, Anbauen und Verkaufen von Cannabis genauso verboten wie in Deutschland und mit Hanfprodukte meinte ich Hosen, Hemden, Taschen u.s.w.. Nicht desto trotz scheint in Nimbin der Konsum von Cannabis bis zu einem gewissen Grad von der Polizei toleriert zu werden. Da wird erst einmal im Straßencafe ungeniert das zweite Frühstück geraucht, an jeder Ecke riecht es nach Gras, es war überhaupt ein Wunder, dass der Himmel blau war und hätte ich all das Gras und die Backwaren gekauft die mir angeboten wurden, hätte ich die Stadt völlig arm und wahrscheinlich mit Muskelkater im Gesicht verlassen. Zustände wie in Amsterdam nur das hier mehr Dreads rum liefen. Es gab zwar auch ein Frisör, aber der würde ohne das angeschlossene Cafe nicht überleben.

Nachdem wir uns wieder im 21 Jahrhundert befunden hatten, haben wir noch einen kurzen Abstecher nach Byron Bay gemacht. Dort sind wir zum Cap Byron gelaufen, dem östlichsten Punkt auf dem Festland AU. Nüchtern muss ich feststellen, dass der Ozean von dort aber auch nicht anders aus sieht, schön war es trotzdem.

Unser nächster Stopp war dann wieder etwas im Landesinneren und zwar war es der Lamington Nationalpark. Dieser Nationalpark und auch die anderen drum herum sind aus einem riesigem, ehemalig aktiven Vulkan entstanden. Irgendwann, vor einigen Mio. Jahren ist er zum letzten Mal ausgebrochen und seit dem wachsen und gedeihen dort faszinierende Regenwälder. Nach einem sehr schönem Walk durch eine beeindruckende Regenwaldlandschaft ging es wieder zurück an die Küste und über die Gold Coast nach Brisbane. Die Gold Coast ist mit Orten wie Surfer Paradies und Miami eine Touristen- und Schicki-Micki Hochburg. In meinem Reiseführer stand „had it or love it“.

Ich bevorzuge ersteres und ich würde dort keine zwei Tage Urlaub machen. Zuviele Bettenburgen, zuviel Porsche, Ferrari und Lamborghini und einfach zu schick für mein Geschmack. Wir haben uns mit einem Strandtag begnügt und sind dann nach Brisbane weiter gefahren. Brisbane habe ich auch nicht in so guter Erinnerung. 1. weil ich die Stadt etwas Langweilig und Öde fand. Das einzige was mir gefallen hat, war die Kunstgalerie, weil es dort schöne s/w Fotografien und Kunstwerke von Nachwuchskünstlern zu sehen gab. Steffi die nicht unbedingt ein Fan von Artgaleries ist, dachte sich das sie mal solidarität zeigt und mich begleitet. Diese Geste fand ich auch total toll, bei dem Tempo was sie vorlegte hätte man allerdings denken können, dass sie sich gerade in einem Gruselkabinett befindet und nicht in einer Galerie.

Anschließend sind wir noch durch das Queensland Museum gestiefelt, haben einen Wochenendmarkt besucht, waren lecker Essen und sind dann durch den Botanischen Garten zum Auto zurück gelaufen. Tja und da war auch schon der zweite Grund warum ich Brisbane in schlechter Erinnerung habe. Irgend so ein netter Mensch dachte sich, dass sich mein MP3 Player in seinem Besitz viel besser macht. Grundsätzlich bin ich ja dafür, dass man Musik tauscht, aber diese Variante finde ich nicht so toll, da sie sehr einseitig ist und für mich auf Dauer sehr teuer. Naja im Grunde bin ich aber auch selber schuld, da ich das Gerät nicht mitgenommen habe. Gott sei dank hat sich der Dieb mit meinem MP3-Player genügt und sonst weiter nichts mitgenommen.
Um ein Musikabspielgerät wenigen und mit einem etwas ärgerlichem Gefühl in der Magengegend verließen wir die Großstadt und sind zu einem sehr schönem und urigen Campingplatz in Boreen Point gefahren. Der kleine verschlafene Ort südlich von Nossa ist eigentlich kaum der Rede wert. Unser Hauptanliegen war eine Paddeltour auf dem Nossa River durch den Great Sandy NP. Leider mussten wir feststellen, dass diese Tour über mehre Tage ging und wir die selbe Strecke wieder hätten zurück paddeln müssen und somit haben wir uns mit einer Halbtagestour über den Lake Cootharaba und einen kleinen Teil eines Flusses begnügt. Trotzdem hat es bei herrlichem Sonnenschein unheimlich viel Spass gemacht und Steffi hat sich Paddeltechnisch sehr gut geschlagen.

Rück zu mussten wir leider gegen die Strömung und als wir den See erreichten auch noch gegen ordentlich Wind und Wellen paddeln. Ich glaube in diesem Moment hat sie mich sicher verflucht. Ich gebe zu es war schon recht anstrengend, aber mir hat es auch enorm viel Spass gemacht, jede Welle direkt mitzunehmen. Es konnte gar nicht genug spritzen, was sie natürlich nicht so toll fand, da sie nämlich in der Polposition saß. Abschließend muss ich aber sagen, dass sie sich extrem wacker geschlagen hat.
Von diesem kleinem Abenteuer ging es nach Hervey Bay wo das nächste Abenteuer schon auf uns wartete.
Hervey Bay ist einer der zwei Hauptzugänge zu Fraser Island, der größten Sandinsel auf der Welt. Trotz des vielen Sandes gibt es auf Fraser auch beeindruckende Regenwälder und schöne Frischwasserseen. Da diese Insel keine befestigten Straßen hat, ist sie nur via eines Allrad angetrieben Geländewagens zu befahren und genau so ein Spielzeug haben wir uns für 2 Tage in Hervey Bay ausgeliehen.
Am Samstagmorgen um 7:00 Uhr sind wir mit der Fähre von Hervey Bay aus nach Fraser Island gefahren. Nach einigen Metern Asphalt habe ich auf Allradantrieb geschaltet und ab ging es in eine riesige Sandkiste. Zuerst sind wir durch Regenwald an die Ostküste der Insel gefahren um dann direkt am Strand Richtung Norden zu fahren.

Unterwegs haben wir einen kurzen Walk durch Rainforest gemacht, haben uns das Wrack der Maheno und andere Sehenswürdigkeiten angeschaut.

Es ist total faszinierend mit einem Auto am Strand entlang zufahren, auf der einen Seit der blaue, tosende Ozean und auf der anderen Seit das grüne Hinterland.

Irgendwann weit oben im Norden gibt es eine Umleitung um eine Felsklippe, die einem den Weg versperrt. Diese Umgehung ist nicht ganz einfach zu fahren, da sie aus extrem weichem Sand besteht. Naja und wie Jungs halt so sind wollte ich es unbedingt mal ausprobieren. Also das Allradgetriebe auf Low Range geschaltet, Anlauf genommen und los ging’s. Nach knapp 100m kam der Jeep dann sicher im Treibsand zu stehen, da ich die Spur nicht gleich richtig getroffen habe. Nachdem wir das Auto wieder frei gebuddelt und einige Hölzer unter die Räder gelegt hatten fuhren wir im Rückwertsgang zurück zu unserer Ausgangsposition und diskutierten, ob wir es noch einmal versuchen sollten. Letztendlich hat sie nachgegeben und ich konnte einen zweiten Versuch starten, der auch erfolgreich war. Ich muss schon sagen ich bin sehr beeindruckt was so ein kleines Auto alles bewältigen kann, wenn es alle vier Räder zu Verfügung hat. Ein zweites Mal hatte ich uns festgefahren, als ich die Ausfahrt vom Strand zu unserem Hotel nehmen wollte. Ich habe zwar gesehen wo sie ist und das sie aus stark aufgewühltem, losem Sand besteht, dadurch das die Sonne aber so tief hing und mich sehr geblendet hat, habe ich auch hier nicht auf an hieb die richtige Spur getroffen und zack saßen wir wieder fest. Dank Steffis fleißigen Händen waren wir aber nach kurzer Zeit wieder frei und konnten zu unserem Hotel fahren. An unserem zweiten Tag sind wir mehr durch das Innland gefahren, haben uns den Lake McKenzie mit seinem feinem, weißem Sand und dem Kristall klarem Wasser angeschaut und hatten eine menge Spass auf den 4WD Pisten. Naja wenn kleine Jungs spielen sind sie Glücklich und ich war extrem Glücklich.
Fazit: Tolle Natur + viel Spass = geniale Erfahrung
Ich würde sogar so weit gehen, dass es neben dem Overlandtrack auf Tasmanien einer der coolsten Trips gewesen ist, die ich hier gemacht habe.
Wenn Queensland, dann unbedingt nach Fraser Island fahren.
Eine lustige Begegnung hatten wir am 1.Mai als wir von Fraser nach Yeppoo gefahren sind. Unterwegs wurden wir von einem Polizisten angehalten und auf Alkohol getestet. Endlich durfte ich mal in so ein Gerät pusten und vorbildlich wie ich war - 0,00 Promille. Irgendwann später haben wir auch begriffen warum hier teilw. auch am Tage kontrolliert wird. In einer kleinen Stadt, deren Namen ich schon wieder vergessen habe als wir an einer roten Ampel auf grün warteten, stand neben uns ein Pick Up und der Fahrer nutzte die Rotphase um erst mal einen kräftigen Schluck aus seiner Bierdose zu nehmen. Na dann man Prost, es wurde grün und er brauste davon.
Von Yappoon aus sind wir mit einer Fähre nach Great Keppel Island gefahren, um dort etwas im Great Barrier Reef zu schnorcheln. Verglichen zum Ningaloo Reef in Western Australia, fand ich die Korallen am Great B. Reef schöner und ich bin der Meinung, dass ich mehr bunte Fische gesehen habe. Nachteil am Great B. Reef war, dass das Wasser kälter war und ich schon nach knapp 10-15 min gefroren habe. Naja vielleicht bin ich auch einfach nur etwas vom 28°C warmen Wasser in WA verwöhnt gewesen. Steffi hatte mit der Temperatur nicht so viele Probleme und konnte dadurch noch einen Rochen beobachten. Unser letzter gemeinsamer Stopp war Mackay, dort haben wir einen Walk durch den Eungella NP gemacht. Der Eungella NP hat den ältesten, subtropischen Regenwald in Australien und es war wirklich atemberaubend. Zu unserem Glück hatte es zwischen durch immer mal wieder etwas geregnet, wo von wir dank der dichten Baumkronen kaum etwas abbekommen haben, es aber ausgereicht hat um eine faszinierende Stimmung herbei zu zaubern.

Zeitweise habe ich mich etwas wie Iniana Jones gefühlt und ich habe gedacht, dass sich hinter der nächsten Kurve ein alter Tempel auf tut.
Am nächsten Tag haben wir etwas gemacht, wo von ich dachte, dass ich so etwas
nie machen würde. Wir waren Reiten. Ja, ja so richtig auf einem Pferd durch die Natur und so, das volle Programm also und das wo ich doch so ein Tierfreund bin.
Steffi und ich haben unterwegs mal einen kleinen Zoo besucht, in dem Kangaroos frei umher liefen. Steffi hatte unheimlich viel Spass beim füttern der kleinen possierlichen Tierchen. Ich fand es eher unspannend, so mal ich die Hälfte der Tiere schon in freier Wildbahn gesehen hatte und dachte immer nur: Geh weg, du bekommst nichts du bist zu dick.
So und nun also Alex auf einem Pferd. Als wir auf dem Gestüt ankamen, fragte die Besitzerin zu erst Steffi ob sie denn Reiten könne und dann mich. Die Antworten sind immer dieselben, die Mädels können es, die Kerle nicht und die Kerle machen es den Mädels wegen.
Nach dem das Pferd gesattelt war konnte ich aufsitzen und mir wurde im Crash-Kurs erklärt wie man reitet. Steffi hatte mir vorher zwar schon einiges über das Reiten erzählt, trotzdem war es anfangs ganz schön schwierig das Pferd zu kontrollieren. Nach dieser kleinen Einführung ritten wir mit der Besitzerin und ihrer Tochter ca. 1,5 Stunden über Stock und Stein und schauten uns die tolle Landschaft an. Nach einer kleinen Teepause mit Gebäck ging es wieder los und diesmal wollte mir die Besitzerin das Reiten im Trapp zeigen. Holla die Waldfee, so weit über dem Erdboden hat mir diese Geschwindigkeit schon ganz schön Respekt eingeflösst, nachdem ich mich aber daran gewöhnt hatte, war es aber ein geniales Feeling. Nach insgesamt 3h Reiten war der ganze Spass wieder vorbei.
Abschließend muss ich sagen, hat es mir schon Spass gemacht und es war auf jeden Fall sehr interessant, aber mein Hobby wird es wohl doch nicht werden.
Steffi hat das Gestüt und die Reiterei so toll gefallen, dass sie gleich dort geblieben ist und nun für Kost und Unterkunft dort arbeitet.
Die 3,5 Wochen mit Steffi fand ich sehr lustig und haben mir viel Spass gemacht. Vor allem weil sie eine lustige und aufgeweckte Frau ist, die auch neuen Aktivitäten offen gegenüber steht.
Da ich nach 4 Wochen eh wieder arbeiten wollte, kam mir die Trennung gar nicht ungelegen, also bin ich zurück gefahren und bin momentan in Childers ca. 350km nördlich von Brisbane. Dort gibt es einen Campingplatz der einem, wenn man dort wohnt arbeit bei den umliegenden Farmen besorgt. Das Gute an diesem Campingplatz ist dass man eine Menge anderer netter Backpacker trifft, der Nachteil: Teuer und eine extrem unfreundliche und unkooperative Besitzerin.
Momentan ernte ich Paprika, was ziemlich auf den Rücken geht, da dieses Gemüse sehr Boden nah wächst. Die ersten Tage wurde ich nach Stunde (13,80AU$)bezahlt, was erst mal toll klingt, aber nichts bringt, wenn man nur 4-6 Stunden arbeitet. Ich weiß, dass ich mit dieser Arbeit nicht reiche werde, aber ein gewisses Mindesteinkommen wollte ich schon haben und das war mit diesen Konditionen nicht zu erreichen. Also habe ich gefragt ob ich nicht per Eimer bezahlt werden kann. So ein Eimer fasst ca. 20kg Paprika und ich bekommen pro Eimer 1 AU$. Dies wiederum klingt nicht viel, da ich aber in 6h zwischen 110 und 120 Eimer abgebe, bekomme ich auf jeden Fall mehr Geld als wenn ich nach Stunde bezahlt würde.
Eigentlich wollte ich hier bis ende Juni arbeiten, aber ob mein Rücken das so lange mit macht weiß ich noch nicht. Naja es ist ja bloß arbeit und ich muss es ja nicht mein Leben lang machen.
Die letzten Wochen habe ich damit verbracht von Victoria über New South Wales nach Queensland zu fahren, um mir mal die Ostküste etwas genauer anzugucken.
Zu erst einmal möchte ich aber meinem Opa in Rostock danken, der in seinem unheimlich vielbeschäfftigtem Rentnerdasein doch Zeit gefunden hat und Lexika und Reiseliteratur gewälzt hat um der Frage nach zu gehen welcher nun der größte Monolith auf der Welt ist? Ayers Rock oder Mt. Augusta? Ihr erinnert euch sicher an das kleine Problem was Anne und ich hatten? Des Rätsels Lösung ist: Mt. Augusta ist der größte Monolith und Ayers Rock wurde demnach auf Platz zwei verbannt. Gut nun wäre das also auch geklärt und wenn ich mal bei Günther Jauch sitzen sollte ist mein Opa auf jeden Fall mein Tel.-Joker.
Nach fast 20 Tagen kontinuierliches Arbeiten von Morgens 6:00 Uhr bis Abends 19:00 Uhr im Kühllager, dachte ich mir könnte ich mal wieder Urlaub in der Sonne machen. Also habe ich am 15.04.06 den lauschigen Ort Robinvale verlassen und bin über das Innland nach Sydney gefahren. Ich muss zugeben, dass mir der Abschied von dieser Arbeitsstelle etwas schwer fiel, da es die erste Arbeit war die durchgehend Spaß gemacht hat und weil ich wieder lustige Leute kennen gelernt habe. Fazit: die kleinen, dunklen Weintrauben sind meistens die Besten und in einer meiner nächsten Urlaube werde ich mir mal Korea anschauen.
In Sydney habe ich mich in einem Hostel eingemietet, da mir der Campingplatz zu weit außerhalb lag. Eigentlich wollte ich nur eine Nacht dort bleiben, da ich etwas organisatorisches erledigen musste, aber wie es der Zufall so will bin ich Abends in gemütlicher Runde bei einem schönen kühlen Bierchen mit einer Backpackerin aus der Schweiz ins Gespräch gekommen und bei den Standartfragen (Wo kommst du her, Wie lange bist du schon in AU, Wo willst du hin?) stellte sich heraus, dass Sie auch nach Queensland möchte und ob ich sie nicht mit nehmen kann? Mhmmm von soviel Spontaneität war ich erst mal etwas sprachlos. Ich meine dieses Mädel kannte mich erst seit einigen Minuten und fragt mich ob ich sie mit mir einige Wochen durch die Gegend ziehen kann. Aber gut dachte ich mir, da Sie mir Sympathisch war und sich dadurch auch meine Reisekosten minimieren würden, warum nicht. Und wenn es nicht geht, kann man ja immer noch getrennte Wege gehen. Außerdem hat man zu zweit eh mehr Spass. Nachdem ich meine Sprache wieder erlangt hatte, besprachen wir wie sie sich und ich mir das ganze so vorstelle. Der Hacken war nur, dass sie sich noch einige Tage lang Sydney anschauen wollte. Damit konnte ich leben, da ich so auch mal wieder in den Genuss des Großstadtfeelings kam.
Kurz zur Person: ihr Name ist Steffi, 26 Jahre jung, kommt wie gesagt aus der Schweiz (ich glaube der Ort hieß Tun oder so) und betreut normalerweise Kindern in einer Kindertagesstädte. Extrem Tierlieb ist diese Frau auch noch, alles was nicht gerade 8 Beine und 4 Augen hat würde sie am liebsten Anfassen und Füttern. Durch Anne war ich ja schon einiges gewohnt, aber Steffi war Zeitweise noch einen Zacken schärfer. In Sydney saßen wir abends auf der Dachterrasse und haben den ungefähren Reiseverlauf besprochen, da erspäht sie einen mittelgroßen, braunen Käfer mit langen Antennen auf dem Kopf der auf dem Fußboden herum krabbelt. Als sie sich zu ihm herunter beugt um ihn anzufassen, sage ich ihr, dass dieses possierliche Tierchen eine Schabe oder Kackerlake sei und man so etwas normalerweise Tötet. Dann wollte sie es auf einmal doch nicht mehr anfassen. Manchmal nimmt Tierliebe doch seltsame Züge an.
Nach einigen Tagen Sydney haben wir uns auf den Weg nach Queensland gemacht. Unser erster wirklich erwähnenswerter Stopp war ein kleiner Ort an der Grenze zu Queensland. Nimbin Seit dem Auqarius Festival 1973 ist er der Pilgerhort für jeden Hippie und bekannt für einen extrem alternativen Lebensstil, man könnte es schon fast Kommune nennen. Wir sind am späten Nachmittag angekommen und man hatte den Eindruck, dass man sich, nach dem passieren des Ortseinganges im Jahre 1970 wieder gefunden hat. So viele schräge und extrem entspannte Gestalten sind mir wirklich selten bis noch gar nicht begegnet. Auf unserer ersten Runde durch den Ort, kam ein, ich gebe es zu etwas schmuddeliger oder sagen wir sehr natur belassender Mann an unser Auto und wollte uns irgendetwas sagen oder verkaufen. Dazu kam es aber nicht, da Steffi leicht panisch mir zu verstehen gab, bitte nicht anzuhalten sondern ihn einfach zu ignorieren. Schade wäre bestimmt lustig geworden. Zur Nacht haben wir uns auf den örtlichen Campingplatz gestellt und mit Einbruch der Dunkelheit lag ein Geruch über dem Platz der keine Fragen offen ließ. Von unserem Nachbarn haben wir den ganzen Abend eigentlich nur die Füße gesehen, die noch aus dem offenen Zelt ragten. Nimbin hat nur zwei wirkliche Attraktionen, 1. die Bewohner, von denen man bei einigen glauben könnte, dass sie die 70iger nie verlassen haben – THC Produkte soll das Raum-Zeitgefüge ja um einiges dehnen (habe ich gehört) und 2. die Hauptstrasse, die mit lustig, bunt bemalten Häusern gespickt ist und in denen sich kleine Geschäfte befinden in denen man allerlei Öko und Hanfprodukte kaufen kann. In Australien ist das Besitzen, Konsumieren, Anbauen und Verkaufen von Cannabis genauso verboten wie in Deutschland und mit Hanfprodukte meinte ich Hosen, Hemden, Taschen u.s.w.. Nicht desto trotz scheint in Nimbin der Konsum von Cannabis bis zu einem gewissen Grad von der Polizei toleriert zu werden. Da wird erst einmal im Straßencafe ungeniert das zweite Frühstück geraucht, an jeder Ecke riecht es nach Gras, es war überhaupt ein Wunder, dass der Himmel blau war und hätte ich all das Gras und die Backwaren gekauft die mir angeboten wurden, hätte ich die Stadt völlig arm und wahrscheinlich mit Muskelkater im Gesicht verlassen. Zustände wie in Amsterdam nur das hier mehr Dreads rum liefen. Es gab zwar auch ein Frisör, aber der würde ohne das angeschlossene Cafe nicht überleben.

Nachdem wir uns wieder im 21 Jahrhundert befunden hatten, haben wir noch einen kurzen Abstecher nach Byron Bay gemacht. Dort sind wir zum Cap Byron gelaufen, dem östlichsten Punkt auf dem Festland AU. Nüchtern muss ich feststellen, dass der Ozean von dort aber auch nicht anders aus sieht, schön war es trotzdem.

Unser nächster Stopp war dann wieder etwas im Landesinneren und zwar war es der Lamington Nationalpark. Dieser Nationalpark und auch die anderen drum herum sind aus einem riesigem, ehemalig aktiven Vulkan entstanden. Irgendwann, vor einigen Mio. Jahren ist er zum letzten Mal ausgebrochen und seit dem wachsen und gedeihen dort faszinierende Regenwälder. Nach einem sehr schönem Walk durch eine beeindruckende Regenwaldlandschaft ging es wieder zurück an die Küste und über die Gold Coast nach Brisbane. Die Gold Coast ist mit Orten wie Surfer Paradies und Miami eine Touristen- und Schicki-Micki Hochburg. In meinem Reiseführer stand „had it or love it“.

Ich bevorzuge ersteres und ich würde dort keine zwei Tage Urlaub machen. Zuviele Bettenburgen, zuviel Porsche, Ferrari und Lamborghini und einfach zu schick für mein Geschmack. Wir haben uns mit einem Strandtag begnügt und sind dann nach Brisbane weiter gefahren. Brisbane habe ich auch nicht in so guter Erinnerung. 1. weil ich die Stadt etwas Langweilig und Öde fand. Das einzige was mir gefallen hat, war die Kunstgalerie, weil es dort schöne s/w Fotografien und Kunstwerke von Nachwuchskünstlern zu sehen gab. Steffi die nicht unbedingt ein Fan von Artgaleries ist, dachte sich das sie mal solidarität zeigt und mich begleitet. Diese Geste fand ich auch total toll, bei dem Tempo was sie vorlegte hätte man allerdings denken können, dass sie sich gerade in einem Gruselkabinett befindet und nicht in einer Galerie.

Anschließend sind wir noch durch das Queensland Museum gestiefelt, haben einen Wochenendmarkt besucht, waren lecker Essen und sind dann durch den Botanischen Garten zum Auto zurück gelaufen. Tja und da war auch schon der zweite Grund warum ich Brisbane in schlechter Erinnerung habe. Irgend so ein netter Mensch dachte sich, dass sich mein MP3 Player in seinem Besitz viel besser macht. Grundsätzlich bin ich ja dafür, dass man Musik tauscht, aber diese Variante finde ich nicht so toll, da sie sehr einseitig ist und für mich auf Dauer sehr teuer. Naja im Grunde bin ich aber auch selber schuld, da ich das Gerät nicht mitgenommen habe. Gott sei dank hat sich der Dieb mit meinem MP3-Player genügt und sonst weiter nichts mitgenommen.
Um ein Musikabspielgerät wenigen und mit einem etwas ärgerlichem Gefühl in der Magengegend verließen wir die Großstadt und sind zu einem sehr schönem und urigen Campingplatz in Boreen Point gefahren. Der kleine verschlafene Ort südlich von Nossa ist eigentlich kaum der Rede wert. Unser Hauptanliegen war eine Paddeltour auf dem Nossa River durch den Great Sandy NP. Leider mussten wir feststellen, dass diese Tour über mehre Tage ging und wir die selbe Strecke wieder hätten zurück paddeln müssen und somit haben wir uns mit einer Halbtagestour über den Lake Cootharaba und einen kleinen Teil eines Flusses begnügt. Trotzdem hat es bei herrlichem Sonnenschein unheimlich viel Spass gemacht und Steffi hat sich Paddeltechnisch sehr gut geschlagen.

Rück zu mussten wir leider gegen die Strömung und als wir den See erreichten auch noch gegen ordentlich Wind und Wellen paddeln. Ich glaube in diesem Moment hat sie mich sicher verflucht. Ich gebe zu es war schon recht anstrengend, aber mir hat es auch enorm viel Spass gemacht, jede Welle direkt mitzunehmen. Es konnte gar nicht genug spritzen, was sie natürlich nicht so toll fand, da sie nämlich in der Polposition saß. Abschließend muss ich aber sagen, dass sie sich extrem wacker geschlagen hat.
Von diesem kleinem Abenteuer ging es nach Hervey Bay wo das nächste Abenteuer schon auf uns wartete.
Hervey Bay ist einer der zwei Hauptzugänge zu Fraser Island, der größten Sandinsel auf der Welt. Trotz des vielen Sandes gibt es auf Fraser auch beeindruckende Regenwälder und schöne Frischwasserseen. Da diese Insel keine befestigten Straßen hat, ist sie nur via eines Allrad angetrieben Geländewagens zu befahren und genau so ein Spielzeug haben wir uns für 2 Tage in Hervey Bay ausgeliehen.
Am Samstagmorgen um 7:00 Uhr sind wir mit der Fähre von Hervey Bay aus nach Fraser Island gefahren. Nach einigen Metern Asphalt habe ich auf Allradantrieb geschaltet und ab ging es in eine riesige Sandkiste. Zuerst sind wir durch Regenwald an die Ostküste der Insel gefahren um dann direkt am Strand Richtung Norden zu fahren.

Unterwegs haben wir einen kurzen Walk durch Rainforest gemacht, haben uns das Wrack der Maheno und andere Sehenswürdigkeiten angeschaut.

Es ist total faszinierend mit einem Auto am Strand entlang zufahren, auf der einen Seit der blaue, tosende Ozean und auf der anderen Seit das grüne Hinterland.

Irgendwann weit oben im Norden gibt es eine Umleitung um eine Felsklippe, die einem den Weg versperrt. Diese Umgehung ist nicht ganz einfach zu fahren, da sie aus extrem weichem Sand besteht. Naja und wie Jungs halt so sind wollte ich es unbedingt mal ausprobieren. Also das Allradgetriebe auf Low Range geschaltet, Anlauf genommen und los ging’s. Nach knapp 100m kam der Jeep dann sicher im Treibsand zu stehen, da ich die Spur nicht gleich richtig getroffen habe. Nachdem wir das Auto wieder frei gebuddelt und einige Hölzer unter die Räder gelegt hatten fuhren wir im Rückwertsgang zurück zu unserer Ausgangsposition und diskutierten, ob wir es noch einmal versuchen sollten. Letztendlich hat sie nachgegeben und ich konnte einen zweiten Versuch starten, der auch erfolgreich war. Ich muss schon sagen ich bin sehr beeindruckt was so ein kleines Auto alles bewältigen kann, wenn es alle vier Räder zu Verfügung hat. Ein zweites Mal hatte ich uns festgefahren, als ich die Ausfahrt vom Strand zu unserem Hotel nehmen wollte. Ich habe zwar gesehen wo sie ist und das sie aus stark aufgewühltem, losem Sand besteht, dadurch das die Sonne aber so tief hing und mich sehr geblendet hat, habe ich auch hier nicht auf an hieb die richtige Spur getroffen und zack saßen wir wieder fest. Dank Steffis fleißigen Händen waren wir aber nach kurzer Zeit wieder frei und konnten zu unserem Hotel fahren. An unserem zweiten Tag sind wir mehr durch das Innland gefahren, haben uns den Lake McKenzie mit seinem feinem, weißem Sand und dem Kristall klarem Wasser angeschaut und hatten eine menge Spass auf den 4WD Pisten. Naja wenn kleine Jungs spielen sind sie Glücklich und ich war extrem Glücklich.
Fazit: Tolle Natur + viel Spass = geniale Erfahrung
Ich würde sogar so weit gehen, dass es neben dem Overlandtrack auf Tasmanien einer der coolsten Trips gewesen ist, die ich hier gemacht habe.
Wenn Queensland, dann unbedingt nach Fraser Island fahren.
Eine lustige Begegnung hatten wir am 1.Mai als wir von Fraser nach Yeppoo gefahren sind. Unterwegs wurden wir von einem Polizisten angehalten und auf Alkohol getestet. Endlich durfte ich mal in so ein Gerät pusten und vorbildlich wie ich war - 0,00 Promille. Irgendwann später haben wir auch begriffen warum hier teilw. auch am Tage kontrolliert wird. In einer kleinen Stadt, deren Namen ich schon wieder vergessen habe als wir an einer roten Ampel auf grün warteten, stand neben uns ein Pick Up und der Fahrer nutzte die Rotphase um erst mal einen kräftigen Schluck aus seiner Bierdose zu nehmen. Na dann man Prost, es wurde grün und er brauste davon.
Von Yappoon aus sind wir mit einer Fähre nach Great Keppel Island gefahren, um dort etwas im Great Barrier Reef zu schnorcheln. Verglichen zum Ningaloo Reef in Western Australia, fand ich die Korallen am Great B. Reef schöner und ich bin der Meinung, dass ich mehr bunte Fische gesehen habe. Nachteil am Great B. Reef war, dass das Wasser kälter war und ich schon nach knapp 10-15 min gefroren habe. Naja vielleicht bin ich auch einfach nur etwas vom 28°C warmen Wasser in WA verwöhnt gewesen. Steffi hatte mit der Temperatur nicht so viele Probleme und konnte dadurch noch einen Rochen beobachten. Unser letzter gemeinsamer Stopp war Mackay, dort haben wir einen Walk durch den Eungella NP gemacht. Der Eungella NP hat den ältesten, subtropischen Regenwald in Australien und es war wirklich atemberaubend. Zu unserem Glück hatte es zwischen durch immer mal wieder etwas geregnet, wo von wir dank der dichten Baumkronen kaum etwas abbekommen haben, es aber ausgereicht hat um eine faszinierende Stimmung herbei zu zaubern.

Zeitweise habe ich mich etwas wie Iniana Jones gefühlt und ich habe gedacht, dass sich hinter der nächsten Kurve ein alter Tempel auf tut.
Am nächsten Tag haben wir etwas gemacht, wo von ich dachte, dass ich so etwas
nie machen würde. Wir waren Reiten. Ja, ja so richtig auf einem Pferd durch die Natur und so, das volle Programm also und das wo ich doch so ein Tierfreund bin.
Steffi und ich haben unterwegs mal einen kleinen Zoo besucht, in dem Kangaroos frei umher liefen. Steffi hatte unheimlich viel Spass beim füttern der kleinen possierlichen Tierchen. Ich fand es eher unspannend, so mal ich die Hälfte der Tiere schon in freier Wildbahn gesehen hatte und dachte immer nur: Geh weg, du bekommst nichts du bist zu dick.
So und nun also Alex auf einem Pferd. Als wir auf dem Gestüt ankamen, fragte die Besitzerin zu erst Steffi ob sie denn Reiten könne und dann mich. Die Antworten sind immer dieselben, die Mädels können es, die Kerle nicht und die Kerle machen es den Mädels wegen.
Nach dem das Pferd gesattelt war konnte ich aufsitzen und mir wurde im Crash-Kurs erklärt wie man reitet. Steffi hatte mir vorher zwar schon einiges über das Reiten erzählt, trotzdem war es anfangs ganz schön schwierig das Pferd zu kontrollieren. Nach dieser kleinen Einführung ritten wir mit der Besitzerin und ihrer Tochter ca. 1,5 Stunden über Stock und Stein und schauten uns die tolle Landschaft an. Nach einer kleinen Teepause mit Gebäck ging es wieder los und diesmal wollte mir die Besitzerin das Reiten im Trapp zeigen. Holla die Waldfee, so weit über dem Erdboden hat mir diese Geschwindigkeit schon ganz schön Respekt eingeflösst, nachdem ich mich aber daran gewöhnt hatte, war es aber ein geniales Feeling. Nach insgesamt 3h Reiten war der ganze Spass wieder vorbei.
Abschließend muss ich sagen, hat es mir schon Spass gemacht und es war auf jeden Fall sehr interessant, aber mein Hobby wird es wohl doch nicht werden.
Steffi hat das Gestüt und die Reiterei so toll gefallen, dass sie gleich dort geblieben ist und nun für Kost und Unterkunft dort arbeitet.
Die 3,5 Wochen mit Steffi fand ich sehr lustig und haben mir viel Spass gemacht. Vor allem weil sie eine lustige und aufgeweckte Frau ist, die auch neuen Aktivitäten offen gegenüber steht.
Da ich nach 4 Wochen eh wieder arbeiten wollte, kam mir die Trennung gar nicht ungelegen, also bin ich zurück gefahren und bin momentan in Childers ca. 350km nördlich von Brisbane. Dort gibt es einen Campingplatz der einem, wenn man dort wohnt arbeit bei den umliegenden Farmen besorgt. Das Gute an diesem Campingplatz ist dass man eine Menge anderer netter Backpacker trifft, der Nachteil: Teuer und eine extrem unfreundliche und unkooperative Besitzerin.
Momentan ernte ich Paprika, was ziemlich auf den Rücken geht, da dieses Gemüse sehr Boden nah wächst. Die ersten Tage wurde ich nach Stunde (13,80AU$)bezahlt, was erst mal toll klingt, aber nichts bringt, wenn man nur 4-6 Stunden arbeitet. Ich weiß, dass ich mit dieser Arbeit nicht reiche werde, aber ein gewisses Mindesteinkommen wollte ich schon haben und das war mit diesen Konditionen nicht zu erreichen. Also habe ich gefragt ob ich nicht per Eimer bezahlt werden kann. So ein Eimer fasst ca. 20kg Paprika und ich bekommen pro Eimer 1 AU$. Dies wiederum klingt nicht viel, da ich aber in 6h zwischen 110 und 120 Eimer abgebe, bekomme ich auf jeden Fall mehr Geld als wenn ich nach Stunde bezahlt würde.
Eigentlich wollte ich hier bis ende Juni arbeiten, aber ob mein Rücken das so lange mit macht weiß ich noch nicht. Naja es ist ja bloß arbeit und ich muss es ja nicht mein Leben lang machen.
vollton38 - 22. Mai, 10:55
