Donnerstag, 9. November 2006

Abschlussbericht

Hallo liebe Leute in Nah und Fern,
Nun ist es schon ein Jahr her als Ihr meinen ersten Reisebericht aus Australien gelesen habt und ich denke es ist Zeit endlich meinen letzten Bericht von diesem überaus spannenden, eindrucksvollem, lustigem, zeitweise hartem, interessanten, lehrreichen und manchmal traurigem Jahr zu verfassen.

Was war seit dem Tauchkurs in Bundaberg geschehen?
Die Wege von Lida, Björn und mir trennten sich, da die Beiden weiter nordwert nach Cairns fuhren und ich zurück in dieses verschlafene Nest Gayndah. Warum Gayndah? Naja ganz einfach, weil ich nicht rechnen konnte. Folgendermaßen, wenn man während seines Australienaufenthaltes (WHV) min. 3 Monate in der Landwirtschaft oder vergleichbarem arbeitet, kann man gleich oder später einen Antrag auf ein weiteres Work and Holiday Visa stellen, welcher in der Regel auch genehmigt wird. Ich stellte in Bundaberg fest, dass ich mich um 7 Tage verrechnet hatte. Mathe 6 – setzen! Da ich die Chance eines zweiten Visums nicht verstreichen lassen wollte, fuhr ich widerstrebend nach Gayndah zurück um für 8 Tage noch Mandarinen zu ernten. Ich kann euch sagen, motivationstechnisch war ich voll am Ende.
Als wir nach Bundaberg zum Tauchen gefahren sind, hatte ich mit der Arbeitswelt in AU abgeschlossen. Nie wieder stupide, langweilige Arbeit, nie wieder Früchte ernten, nie wieder Gayndah. Und dann das. Als ich das Ortseingangsschild und die einzige Kreuzung mit ihren zwei Pubs passierte, dachte ich ich komme aus dem Urlaub nach Hause zurück. Schrecklich! Ich hatte mir eine persönliche Deadline gesetzt, an der ich, komme was wolle auf jeden Fall diesen Ort verlassen und Richtung Sydney fahren werde – der 12.07.2006.
Nach einer Stunde suchen hatte ich einen Job als Mandarinenpflücker gefunden. Ab dem nächsten Tag tickte die Uhr – noch 7, 6, 5,...Tage. Jeden Tag den ich auf der Plantage verbrachte um Mandarinen zu ernten, war einer mehr für mein 2. Visa und einer weniger in Gayndah. Mir war es fast egal wie viel ich verdiene, Hauptsache ich komme auf die fehlenden Tage.
Am Ende war es aber der Beste Job seit dem Weintrauben verpacken in SA. Ich habe mit einem sehr nettem älterem neuseeländischem Pärchen zusammen gearbeitet, konnte Tracktor fahren, hatten sehr gute Früchte (groß) die sich super ernten ließen (keine Leiterarbeit) und wurde so gut bezahlt, dass ich fast immer gegen 14:00 Uhr Feierabend gemacht habe. Kurz um: angenehme Arbeit bei gutem Lohn und sehr netten Kollegen.
Gayndah-140- Gayndah-146- Gayndah-148-
Ich habe mir mal den Spass gemacht ein Monatsverdienst auszurechnen. Pro Bin (1m³ Mandarinen) habe ich 38,00AU$ Netto bekommen, von 7:00 -14:00 Uhr hatte ich 3 Bin’s voll = 114,00AU$ pro Tag x 6 Tage = 684,00AU$ x 4 Wochen = 2736,00AU$ (ca.1710,00 €)im Monat. 1700€ für einen ungelernten Erntehelfer. Zum Vergleich eine Krankenschwester auf einer Intensivstation in Deutschland verdient weniger bei mehr Stress und höherer Verantwortung.
Zu dem Gehalt muss ich aber auch sagen, dass man bei schlechtem Wetter nicht arbeiten konnte und somit nichts verdient hat. Dafür hätte man aber auch an schönen Tagen durch aus bis zum Sonnenuntergang arbeiten können (1-2 Bin’s mehr)
Am 11.07. kündigte ich den Job und am Mittwoch den 12.07. habe ich doch etwas wehmütig aber frohen Herzens Gayndah Richtung Sydney verlassen.
Gayndah-Windrad-105- Goomeri-100- Berlin-1-
Mein Plan für die nächsten Tage sah folgender Maßen aus. Am Freitag wollte ich in Newcastle NSW sein, dort eine Art TÜV (Road Safty o. Pink slip) für mein Auto machen lassen, damit ich es dann am Sonntag in den KingsCross Carmarket zum verkauf anbieten kann. Dieser Plan klappte nur Teilweise, da mir die Werkstatt in Newcastle keinen Pink slip geben wollte. Sie hatten ein Ölleck, ein Auspuffleck, eine ausgebesserte Roststelle und das Reserverad am Frontbullbar zu bemängeln. Reparaturkosten um die 500-800AU$!!! Alle alten Autos in AU haben Öllecks und bei vielen Autos befindet sich das Reserverad am Frontbullbar. Naja ich bin dann etwas demotiviert im strömenden Regen nach Sydney gefahren. Dort habe ich eine Hinterhofwerkstatt gefunden die mir gegen 200AU$ die Lecks repariert und den ersehnten pink slip ausgestellt hat. Geht doch. Am Dienstag habe ich meiner Mutter und ihrer Kollegin Sydney gezeigt. Die beiden tourten ca.3,5 Wochen durch Australien um meine Schwester Katrin und mich zu besuchen und natürlich um Land und Leute kennen zu lernen. Die Tour durch Sydney war sehr lustig und hat mir viel Spass gemacht, da ich so auch noch einmal die Stadt gesehen habe und dank Sponsor auf dem Sydneytower gewesen bin, den ich sonst aus Kostengründen weggelassen hätte.
Sydney-07-2006-123-2 Sydney-07-2006-131- Sydney-07-2006-144-
Am Mittwoch war dann endlich der erste Tag im Carmarket. Der Carmarket ist eigentlich eine stinknormale Tiefgarage in der auf der untersten Ebene Backpackerveteranen ihre Autos an frische Backpacker verkaufen, verhöcken oder wenn gar nichts hilft sogar verschenken können. Dort unten trifft sich Freud, leid und Verzweiflung. Jeder Backpacker der für sein KFZ ein pink oder white slip hat, eine Standgebühr für eine Woche bezahlt, bekommt einen Standplatz zugewiesen und kann dann dort sein Auto zum verkauf anbieten. Praktisch läuft das so ab: man kommt morgens zu seinem Auto, baut einen Campingstuhl auf, kocht sich einen von zahllosen Kaffees, liest ein Buch, hört Musik, unterhält sich mit Leidensgenossen, steht ab und zu mal auf um sich die anderen Autos zum x mal anzuschauen, liest an den Wänden die aufbauenden Sprüche der vorheriger Verkäufer und zählt die Stunden. Ach so fast hätte ich es vergessen, von Zeit zu Zeit kommen so komische Leute vorbei die sich dein supertolles Auto angucken und anfangen an ihm herum zumäkeln. Du verteidigst deinen vier rädrigen Freund, der dich natürlich nieeeeee im Stich gelassen hat und wie eine eins läuft. Dann die Probefahrt und das anschließende niederschmetternde Urteil:“ Nee, der klingt irgendwie komisch und er lenkt sich auch so schwer.“ Es gab Momente in denen ich am liebsten die Leute geschüttelt hätte und ihnen gesagt hätte:“ Hey du bist hier im Carmarket, alle Autos hier sind in der Regel 20 Jahre alt, haben min.300000 km auf der Uhr, verlieren Öl, klingen komisch oder haben sonstige Macken. Egal welches Auto du hier unten kaufst du wirst mit 90% Wahrscheinlichkeit irgendwann mal liegen bleiben. Aber das gehört nun mal dazu. Dafür kosten die Autos hier auch relativ wenig.“ Natürlich kann ich die potenziellen Käufer verstehen, die die Kosten gering halten wollen und wir waren am Anfang ja auch so, aber im Grunde hat man nur die Wahl zwischen Unglück und großem Unglück, denn ich habe nicht einen Backpacker getroffen der keine Probleme mit seinem Auto hatte. Wir hatten im Großen und Ganzen recht viel Glück mit unserem Auto.
Nach sage und schreibe 2,5 Tagen hatte ich erfolg und konnte das Auto an ein italienisches Pärchen verkaufen. Die Beiden waren sehr witzig, er hat sich das Auto am Donnerstagvormittag angeschaut und meinte er würde gegen 14:00 Uhr mit seiner Freundin wieder kommen. Um 16:30 Uhr hatte ich alle Hoffnung aufgegeben, als eine viertel Stunde später sie tatsächlich noch vorbei kamen. Sie haben sich mein Auto noch einmal angeschaut, ich habe einiges erzählt und eine Probefahrt vorgeschlagen. Das witzige war, das nicht er fahren wollte, sondern es ihnen gereicht hat, dass ich sie einmal um den Block fahre. Nach dieser pseudo- Probefahrt entschlossen sie sich das Auto für 3100 AU$ zu kaufen. Das Problem war nur, dass der Markt schon geschlossen hatte und ich sie leider auf morgen vertrösten musste.
Am nächsten Tage wartete ich wieder auf die Beiden in der Tiefgarage. Kommen sie oder kommen sie nicht? Gegen 9:30 Uhr kamen sie und wir konnten den Deal perfekt machen.
Um 10:30 Uhr hatte ich mein Auto gegen 3100AU Doller eingetauscht und war extrem erleichtert.
Sydney-07-2006-163- Sydney-07-2006-157-
Ein Problem weniger, was aber nun mit der vielen Zeit machen? Mein Flieger nach Berlin war für den 13.08.06 gebucht, ich hatte aber nicht so viel Geld um in Sydney oder Umgebung mir noch Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Außerdem sehnte ich mich sehr nach meiner Freundin, das Wetter war nass und Kalt und der Gedanke jetzt hier noch 3 Wochen mehr oder weniger die Zeit abzusitzen und Geld auszugeben gefiel mir nicht. Also bin ich in das Büro meiner Airline gegangen und habe kurzer hand den Flug auf den nächsten Tag umgebucht. Innerhalb von 15min sind aus drei Wochen 24h geworden. Faszinierend. Anschließend habe ich noch schnell mein australisches Bankkonto aufgelöst, habe dafür gesorgt, dass meine Post nach Deutschland gelangt und habe den Nachmittag mit Souvenirshopping verbracht. Am Abend bin ich noch lecker Essen gewesen, habe bei einer Sternklaren Nacht meinen letzten australischen Shiraz genossen, bin noch einmal bei Nacht über die Darlinhurst Rd. gelaufen und habe mir die hell erleuchtete Skyline von Sydney angeschaut. Am Samstag hat mich ein Airportshuttel zum Airport gebracht und gegen 17:00 Uhr bin ich in Richtung Heimat abgehoben. Vor fast vier Tagen habe ich mir noch den Kopf zerbrochen wie ich dieses Auto verkauft bekomme und nun sitze ich im Flieger nach Berlin. Vor fast auf den Tag genau 9 Monaten bin ich mit keiner Erwartung aber viel Unsicherheit in Sydney gelandet und nun sitze ich reich an Erfahrungen im Flieger gen Heimat.
Rückblickend kann ich sagen, war es eine extrem GEILE und Intensive Zeit. Voll von netten Leuten, lustigen Situationen, richtig schönen Momenten und spannenden Unternehmungen.
In meinem letzten Bericht habe ich geschrieben, dass ich für die Reise kein richtiges Motiv hatte, obwohl sich hier die Frage stellt was ein richtiges Motiv ist?
Ich wollte es einfach nur mal gemacht haben, einfach wegen der Erfahrung.
Eine dieser Erfahrung ist z.Bsp. die Erkenntnis, dass es funktioniert – irgendwo hin zu fliegen und alles weitere auf sich zu kommen zu lassen und dann vor Ort zu entscheiden. Auch habe ich die Lust am Reisen entdeckt. Ich meine ich bin schon vorher verreist, aber ich meine 4 Wochen und länger nur mit einem Rucksack irgendwo hin fliegen und gucken was es dort gibt. Des weiteren habe ich auch festgestellt, dass ich meine Arbeit auf der Intensivstation schon vermisst habe und da mir keiner eine Alternativ in den Bergen anbietet, möchte ich in diesem Bereich auch vorerst weiter tätig bleiben und mal gucken was es noch so gibt.
Sehr beeindruckt hat mich die Mentalität der Australier, sie sind extrem entspannt und sehen vieles sehr locker. Ich denke, wenn wir vieles etwas ruhiger angehen und lockerer mit bestimmten Situationen umgehen würden, hätten wir sicher weniger Stress.
Ich bereue es nicht das ich es oder wie ich es gemacht habe. Ich kann jedem, der die Möglichkeit hat nur empfehlen so etwas in der Art mal zu machen. Sich einfach mal in eine völlig neue Umgebung zu begeben und mit der Situation dort zu Recht zu kommen. Ich bin der Meinung, dass man davon nur profitieren kann und es ist einfach nur eine einzigartige Erfahrung.

Berlin

Die Ankunft in der Hauptstadt der Unfreundlichkeit und die erste Woche war schon ein ordentlicher Hieb in die Magengegend und kam einem Absturz gleich. Mir ist schon bekannt, dass Berliner ihren ganz eigenen „Charme“ haben, aber so krass ist mir das vorher nicht aufgefallen. Da werden Touristen von einem Busfahrer angemault, die nach der richtigen Haltestelle fragen, da wird man pampig angemacht ob man es nicht noch größer hat, wenn man einen Fahrschein nicht passend sondern mit einem 20€ Schein bezahlt oder man wird schief angeschaut, wenn man einfach nur Danke sagt. Tja so ist sie die Hauptstadt „konsequent Gastfreundlich“(SPD Wahlkampfslogen)
Naja langsam habe ich mich wieder eingelebt und genieße die Atmosphäre in Prenzlauer Berg und Friedrichshain. Seit Anfang October gehe ich auch wieder im Brandverletztenzentrum im UKB arbeiten und es macht mir sehr viel spass.
Berlin-7 Berlin-6

So! Meine Kollegen sagen zwar immer: „Wer So sagt, ist noch lange nicht fertig“, aber ich fürchte diesmal irren sie sich.
In wie fern ich diesen Blog weiter betreibe oder einen Homepage mit noch anderen Themen erstelle weiß ich noch nicht, aber wen es interessiert kann ja ab und zu hier noch einmal vorbei schauen.
Es war mir eine Freude und ich hoffe ihr hattet beim lesen mindestens genau so viel spass wie ich beim erleben der vielen kleinen Geschichten.
Wer noch weitere lustige Reisegeschichten aus Australien, Indien, Thailand oder Südafrika lesen möchte, dem kann ich nur die Seiten von Linda +Björn oder von meinem Bruder empfehlen.

I’am done!

Take care and have a nice day.
Bye Alex aka anioz06

P.S. An alle die dachten, dass ich das Schreiben nicht durch halte: ÄÄÄÄTSCH hab ich doch geschafft.

Freitag, 30. Juni 2006

13.06.- 30.06.2006

Guten Morgen, bei mir schlägt die Uhr gerade 8:40 Uhr. Es ist ein bewölkter Morgen, der Frühstückstisch ist noch nicht gedeckt, da Björn und Linda noch von kleinen Fischen und bunten Korallen träumen, also die beste Zeit schnell einige Zeilen über die vergangenen zwei Wochen zu schreiben.
Wie ich in meinem letztem Bericht kurz erwähnte, haben wir am 13 Juni in einer Lagerhalle angefangen Mandarinen in Kisten zu verpackten. Die Arbeit ist im Grunde nicht sonderlich schwierig. Man steht an einem großen, rotierenden Teller auf dem die Mandarinen purzeln und packt diese dann nach verschienen Packsystemen in Kartons. Beim Packen ist darauf zu achten, dass die Früchte keine braunen oder schwarze Stellen, sie eine gleichmäßige Struktur aufweisen und keine Quetschungen haben. Wie gesagt die Arbeit war nicht so schlimm aber, unsere Chefinn war gelinde ausgedrückt ein Drache. 1. lief diese Frau den ganzen Tag mit einem Gesicht wie drei Tage Regenwetter rum und 2. war ihre Art mit Menschen umzugehen unter aller s##. Die Kisten die wir gepackt haben, wurden natürlich von ihr kontrolliert und am 1. Tag hat sie mich x mal zu sich geholt um mir zu zeigen, dass ich auf über 100 Früchte in einem Karton 10 schlechte hatte. Meine misstake - Rate wurde zwar im laufe des Tages besser aber irgendwann waren ihr selbst zwei genug um mich anzufahren. An dieser Stelle möchte ich kurz erwähnen, dass ich mit sachlich angebrachter Kritik grundsätzlich kein Problem habe und ich verstehe auch, dass sie für gute Qualität verantwortlich ist. Trotzdem das was ich dort erlebt habe, war das beste Beispiel wie man mit Mitarbeitern/ Menschen nicht um geht. Es ist wirklich faszinierend gewesen, in der Regel kann man solchen Leute ein kleines Lächeln abgewinnen, wenn man sie die ganze Zeit anlächelt, nett und freundlich beleibt, aber dieses Wesen war gegen all diese Maßnahmen immun. Naja am ende unseres ersten Arbeitstages waren wir drei mal wieder erstaunt was für verbitterte Menschen es gibt und ich habe mir vorgenommen, dieser Frau ein Lächeln abzuringen und das sie mich nicht klein bekommt („Wenn dann muss sie mich kündigen, freiwillig gehe ich nicht.“) Der zweite Tag war für mich ziemlich ruhig, da sie es diesmal auf Linda abgesehen hatte. Linda wiederum sah es nicht ein, sich den ganzen Tag wegen Nichtigkeiten anmachen zu lassen und somit haben die Beiden nach einer kurzen Diskussion gekündigt. Der Drache weigerte sich nun aber den beiden ihren Lohn für den einen Tag zu bezahlen, weil Sie die
„Kündigungsfrist „ von zwei Tagen nicht eingehalten hatten. Lächerlich, wenn wir als Backpacker auf Farmen oder ähnlichem Arbeiten sind wir als „casual worker“ (Gelegenheitsarbeiter) angestellt, d.h. wir können jeder Zeit kündigen und gekündigt werden. Wenn wir also nach einer Stunde keine Lust mehr haben und gehen, müssen wir für diese Zeit aber bezahlt werden, da wir ja Leistung erbracht haben. Björn und Linda sind darauf zum hiesigem Bürgeramt gegangen um zu erfahren, dass sie nicht die Ersten sind, diese Farm bekannt ist, man ihnen aber nicht helfen könne und sie sich an das Amt für Arbeitnehmerschutz wenden müssten.
Der Mitarbeiter war etwas entsetzt und teilte den Beiden ihre Optionen mit.
A: erneut mit der Frau zu sprechen und sie auf rechtliche Schritte hinweisen und B: eine Untersuchung und Klage einleiten.
Variante A verlief im Sande und somit werden Sie auf Variante B ausweichen.
Ich für mein Teil habe es geschafft, sie hat mich nicht klein bekommen und nach 3 Tagen konnte ich ihr ein Lächeln abgewinnen. Gott, habe ich mich erschreckt.
Am Donnerstag den 22.06. war mein letzter Arbeitstag, da es zu diesem Zeitpunkt keinen weiteren Mandarinen zu verpacken gab. Da Björn, Linda und Ich nach 4 Wochen Gayndah die Nase voll hatte von diesem kleinem, langweiligem Ort und wir schon anfingen uns gegenseitig auf den Keks zu gehen, beschlossen wir am Samstag nach Bundaberg zu fahren und einen Tauchkurs zu absolvieren. Der Kurs ist sicher nicht mit denen in Dt. zu vergleichen, wo ein Kurs bestimmt qualitativ etwas besser ist, dafür aber 2-4 Wochen geht und hunderte von Euros kostet. Ich hatte meinen Tauchschein nach 4 Tagen, war nur um 254 AU$ (!!!!160€!!!!) ärmer und darf nun ein leben lang bis 18m Tiefe tauchen gehen. ÄTSCH Im Grunde finde ich es auch etwas unverantwortlich, dass jemand der einen vier tägigen Crashkurs absolviert hat nie wieder sein Wissen testen lassen muss. Andererseits ist es aber auch seine eigenen Sicherheit verantwortungsvoll mit diesem Schein umzugehen.
Aber zurück zum Kurs.
Am Samstag als wir uns angemeldet haben, bekamen wir ein Buch mit 6 Kapiteln und ein dazugehörigen Fragebogen, welches wir uns bis Montag schon einmal teilweise durch lesen sollten. Am Montag gabs zu dem tollem Buch noch ein langweiliges Video und damit war der Theorieteil fast abgearbeitet. Anschließend ging es noch zum Onkel Doktor, der uns zertifizierte, dass wir körperlich Fit genug sind um Tauchen gehen zu dürfen. Dienstag war Pooltag, das heißt man spielt den ganzen Tag mit all dem lustigem Equipment im Pool rum. Macht so spaßige Übungen wie Brille unter Wasser abnehmen und wieder aufsetzen, wie man seinen Regulator wieder findet und auspustet, wenn man ihn aus dem Mund nimmt, wie sich zwei Leute Luft teilen und ganz viele andere wichtige Dinge, die unter Wasser zu beachten sind. Die lustigste Übung war aber wie man den buoyancy compansator (BC) benutzt. Ich glaube im deutschem heißt das Teil Jacked. Auf jedem Fall ist es eine Weste an der sich hinten die Pressluftflasche befindet und mit der man unter Wasser auf und absteigt, also seine Tiefe reguliert. Das geschieht folgendermaßen, um unterzugehen bindet man sich Gewichte um die Hüfte, bei mir war der Gürtel voll und ich musste mir noch ein zusätzliches Gewicht in die Tasche stecken um runter zu kommen. Da der Mensch eigentlich nur für das atmen an der Wasseroberfläche geschaffen ist, muss er also irgendwann wieder hoch kommen und da es auf Dauer ganz schön kostspielig ist jedes mal die Gewichte wegzuschmeißen um wieder hoch zu kommen und der Aufstieg unkontrolliert währe, blässt man einfach etwas Luft aus der Pressluftflasche in die Luftkammern des BC und steigt somit langsam und kontrolliert an die Wasseroberfläche. Man muss sicht das quasi wie ein Lift vorstellen. Das spaßige an diesem BC ist nun, dass man, wenn man es ordentlich justiert irgendwo zwischen oben und unten einfach im Wasser schweben, lustige Purzelbäume schlagen und wie Buddha da sitzen kann. Man hatte ich Kopfschmerzen hinterher. Das Atmen über den Regulator ist anfangs etwas ungewohnt, aber mit der Zeit gewöhnt man sich schon daran.
scuba-12- scuba-7-
Linda hatte leider etwas Panik bei den Übungen mit der Brille bekommen und hat sich das ganze Spektakel von draußen angeschaut. Es war einfach etwas zu schnell, denn am nächsten Tag ist sie mit ihrem Freund und einem anderem Instructor noch ein mal in den Pool gegangen und hat alle Übungen ruhig und ohne Panikattacken gemeistert. Ich derweilen hatte meinen ersten open water Tauchgang und es war atemberaubend. Obwohl ich zugeben muss, dass mir in den ersten Minuten wie ich da mit meinem voll aufgeblasenem BC in diesem riesigem und wilden Ocean trieb schon etwas mulmig zu mute war. Was mach ich hier eigentlich? Dann habe ich mich aber daran erinnert, dass gestern im Pool alles funktioniert hat und so habe ich mich auf den Bauch gedreht, habe meinen Kopf unter Wasser gehalten, einige Atemzüge durch meinen Regulator genommen und mir eingeredet das alles gut ist. Anschließend ging es runter und auf dem Grund haben wir noch einmal alle Übungen wiederholt, die wir am Vortag im Pool gelernt hatten. Alles kein Problem, man muss nur der Technik ein wenig vertrauen entgegen bringen und schön ruhig bleiben. Es ist wirklich ein unbeschreiblich, schönes Gefühl wie ein Fisch durch das Wasser zu schwimmen. Wir haben grüne, lila farbige und weiße Korallen, einen kleinen mini Hai, einen Seestern, einen komischen Kugelfisch und viele weitere Fische gesehen.
pict5128
Am meisten hat mich aber fasziniert, dass es funktioniert. Das man auf Grund von Technik das Gefühl einer gewissen Schwerelosigkeit und absoluter ruhe und Friedlichkeit erfahren kann. Es ist nicht still unter Wasser , es knackt, knirscht, brummt und blubbert um einem herum, aber die Welt da unten strahlt eine unheimliche Ruhe aus. Ich könnte die ganze Zeit nur im Wasser schweben, einfach nur daliegen, beobachten wie die Luftblasen an die Wasseroberfläche steigen, die Ruhe genießen und chillen. pict5131 pict5127
Nach unserem zweiten Tauchgang sind wir zurück ins Office gefahren um das Final Exam zu schreiben. Klinkt schlimmer als es ist. Die 50 Fragen waren, wenn man sein Hirn benutzt und ein wenig aufgepasst hat kein Problem. Am Donnerstag hatten wir unsere letzten beiden Tauchgänge und anschließend bekam ich meine Diving license level 1.
Juhu !!!!!!!
Auf die Freude kam aber auch gleich die bittere Erkenntnis, dass ich nun ein weiteres Hobby habe was sich Kostentechnisch ungefähr da einreiht wo sich meine anderen beiden Hobbys (Klettern/Bergsteigen u. Fotografie) auch schon bewegen. Nämlich im oberen Kostenlevel und es macht auch noch riesigen Spaß. Verdammt! Na mal sehen wie ich das händel, Tauchpartner hätte ich ja schon mal.
scuba-19-

Donnerstag, 22. Juni 2006

16.05.- 16.06.2006

Es ist Samstag Mittag und ich sitze mal wieder in meinem Arbeitszimmer, welches auch gleichzeitig Wohn- und Schlafzimmer ist, durch meine geöffnete Terrassentür beobachte ich wie der Regen langsam den Campingplatz in eine große Schlammpfütze verwandelt.
bjoern-linda-10-1
Vor meinem Auto, durch eine Plane vor dem Regen geschützt sitz Björn und versucht sich Gitarre spielen beizubringen. Seine Freundin Linda sitz in Ihrem Auto und verfasst Berichte für Ihre Homepage. Dieser Ort in dem wir uns gerade befinden heißt Gayndah und wie wir hier her gekommen sind, soll der Inhalt dieses Textes werden.
Vor 3 Wochen habe ich auf einem Campingplatz in Childers eingecheckt, der damit geworben hat Backpackern wie mir Arbeit auf den umliegenden Farmen zu vermitteln.
Schon der erste Eindruck von diesem Caravanpark war nicht der beste. Rhonda die Besitzerin machte einen ziemlich unfreundlichen Eindruck und ich bekam das Gefühl, dass sie mit Backpackern eigentlich nichts zu tun haben möchte.
Weil angeblich alle Stellplätze für Campervans besetzt waren, musste ich ein Zimmer in einer Backpackerunterkunft beziehen. Grundsätzlich habe ich kein Problem mit anderen Leuten in einem Raum zu schlafen, aber es ist irgendwie idiotisch sich auf einem Campingplatz ein Zimmer zu mieten, wenn man einen Van hat in dem man eigentlich wohnt. Im laufe der kommenden Woche habe ich noch zwei mal versucht ihr dieses Missverhältnis verständlich zu machen, auch habe ich sie darauf hingewiesen, dass mittlerweile einige Stellplätze frei sind, aber es führte einfach kein Weg hinein. Diese Frau hatte es sich anscheinend zur Aufgabe gemacht auf gar keine Fall auf die Wünsche Ihrer Kunden einzugehen. Wahrscheinlich waren wir in Ihren Augen keine Kunden sondern nur nervige Backpacker die Ihr großzügiges Angebot, uns Arbeit zu vermitteln und gegen einen geringen Betrag auf Ihrem Campingplatz zu schlafen nicht zu schätzen wissen.
Nach dem einchecken und dem ausfüllen dutzender Formulare, musste ich auch noch, angeblich zu meiner eigenen Sicherheit meinen Pass an der Reception abgeben. Ich habe meinen Pass nur sehr widerwillig aus der Hand gegeben und dieser Fehler wird mir sicher kein zweites Mal unterlaufen. Von Sonntag bis zum nächsten Freitag habe ich Paprika geerntet. Diese Arbeit war körperlich die anstrengendste Tätigkeit die ich hier je ausgeübt habe.
1. Paprika wachsen am Boden und man bewegt sich die ganze Zeit in gebückter Haltung, was nach einigen Stunden ziemliche Rückenschmerzen verursacht. Außerdem muss das ganze auch noch abartig schnell geschehen.
2. Man pflückt die Paprika in einen großen roten Eimer, der wenn er voll ist 20 kg wiegt. Mit diesen 20 kg Paprika rennt man dann zum LKW und leert ihn dort aus.
3. Die Chemie. Ihr glaubt gar nicht wie verseucht dieses gesunde, rote Gemüse ist. Die grünen Blätter und die roten Schoten waren alle von einem weißem Staubfilm überzogen. Na dann Guten Appetit! Very healthy.
4. Die Vorarbeiter. Sie standen am Truck und brüllten die ganze Zeit so intelligente Motivationssprüche wie: Faster, faster o. Watch your line. Kick your bloody ass. Don’t leave any red once behinde. Zeitweise fühlte ich mich wie bei der Bundeswehr.
Das gute an dieser Geschichte war, dass ich viele nette und lustige Leute kennen gelernt haben. Wie zum Beispiel zwei Berliner Björn und Linda und zwei Franzosen Francois und Marie die in der Nähe von Paris wohnen.
Am Samstag war unser freier Tag und eigentlich hatten wir uns vorgestellt schön auszuschlafen, unsere Wunden zu lecken und einfach mal abzuspannen. Aber da hatten wir die Rechnung ohne Rhonda gemacht. Um 7:00 Uhr in aller Herr Gotts Frühe stürmte diese schreckliche Person mit einem Besen und Wischmopp bewaffnet in mein Zimmer und fing an es sauber zu machen. Ich dachte ich bin im falschen Film. Gegen 10:00 Uhr bin ich zum 3. und letzten Mal in das Office gestiefelt um nach einer 10 minütigen Diskussion zu erfahren, dass Rhonda immer noch nicht bereit ist mir einer der vielen Freien Stellplätze für mein Van zu vermieten. Darauf hin beschloss ich mich Francois, Marie, Björn und Linda anzuschließen und diesen Ort sofort zu verlassen. Nun ging der Stress aber erst richtig los, da Rhonda ja noch im Besitz unserer Pässe war. Die beiden deutschen und Franzosen sollten für eine offenen Nacht gleich für die gesamte nächste Woche bezahlen und bei mir hing mein Reisepass an einem lächerlichem Bettlacken, welches nicht aufzufinden war. Nach einem sehr angeregtem Wortgefecht und 10 AU$ für das fehlende Bettlacken hatte ich meinen Pass wieder und konnte gehen. Die anderen vier brauchten zwar nicht mehr für die ganze Woche bezahlen, aber der Betrag für die eine Nacht war immer noch exorbitant hoch. Eigentlich würde ich von mir behaupten, dass ich ein ruhiger und friedfertiger Mensch bin, aber dieser Person hat mich so in rage gebracht, dass ich fast Mordgelüste hatte.
Rhonda verabschiedete uns zwar mit den Worten, dass sie auf der Stelle bei dem Farmer anrufen und unsere Jobs canceln wird, aber das hatten wir vorher schon mit dem Farmer direkt geklärt und so wurde aus ihrem kleinen Rachefeldzug nichts. Gemeinsam sind wir nach Bundaberg gefahren, haben uns auf einem sehr netten Campingplatz eingemietet und genossen den Rest unseres freien Tages. Bis zum kommenden Donnerstag haben wir noch Paprika geerntet und hatten gemeinsam eine menge Spass. Am Freitag hatten Björn, Linda und ich genug Rückenschmerzen und sind in das ca. 180 km entfernte Gayndah gefahren um dort Mandarinen zu pflücken. Die anderen beiden sind nach 2 Tagen nach gekommen, aber dann nach 3 Tagen weiter gefahren, um in Town 1770 an einen Tauchkurs teilzunehmen. Im Vergleich zu Paprika ist Mandarinen ernten direkt urlaub. Morgens bekommt man vom Farmer eine Tasche, einen Zange und einen Tracktor mit 6 großen Holzkisten (Bin).Mit diesem Equipment fährt man auf die Plantage und pflückt Mandarinen. Mandarinen wachsen an Bäumen und man pflückt sie nicht wie ein Apfel sondern man schneidet sie mit der Zange ab. Bezahlt wurden wir per Bin und einen Bin ist 1m3 groß und fasst zwischen 300 und 400 kg Mandarinen. Je nach dem wie groß die Früchte sind. Teilweise hatten wir Früchte die so klein wie größere Pflaumen oder so riesig wie Grapefruit waren. Im Schnitt pflückten wir drei zusammen 3-4 Bins pro Tag, was Geldtechnisch nicht sehr gut ist, aber Arbeitstechnisch 100 mal besser als Paprika ist. Das nächste Problem ist, dass wir zum ende der Saison hier angekommen sind und nach 10 Tagen wieder arbeitslos waren. Diese Odyssee reist aber auch nicht ab. Linda, Björn und Ich sind hier geblieben und können nach einer Woche Arbeitslosigkeit, am 13.06. eine neuen Job in einer Lagerhalle für Mandarinen antreten. Diesen Job verdanken wir unserer Campingplatzbesitzerin, die auch gleichzeitig Arbeit auf den umliegenden Farmen vermittelt. Diese Frau ist wirklich sehr nett, kompetent und eine wahre Wohltat im Vergleich zu Rhonda.
Die Woche Off haben wir drei hauptsächlich damit verbracht lange zu schlafen, Musik hören, DVD’s gucken, interessante Unterhaltungen zu führen und ich habe mein Auto teilweise repariert und zerstört. Mit den beiden kann man wirklich eine menge Spass haben, sie sind in meinem Alter, extrem liebenswert, locker und unkompliziert. Naja Berliner halt, was soll ich da noch sagen.
Sie sind seit Februar mit einem World Aroundticket unterwegs, sind 5 Wochen via Bus und Bahn durch Indien gereist, haben sich eine Woche lang Bangkok angeschaut und sind seit Mitte März in Australien um hier drei Monate auf Farmen zu arbeiten und ein zweites Work and Holiday Visum für einen zweiten Aufenthalt zu bekommen. Weiter geht ihre Reise nach Neuseeland, Chile und Canada. Angesetzt war dieses Projekt für ein Jahr, da sie aber schon in AU länger als geplant bleiben und auch in NZ und Canada arbeiten wollen, haben sie letztens Ihren Eltern und Freunden mitgeteilt, dass sie bis jetzt ca. 3 Monate länger unterwegs sein werden. Genial oder? Die Reiseroute finde ich extrem spannend und nach ihren Erzählungen von Indien bin ich sehr gespannt was die Beiden in den nächsten 12 Monaten erleben werden und ob es wirklich bei den 3 Monaten bleibt oder ob es nicht doch noch mehr werden. Wundern würde es mich auf jeden Fall nicht. Björn & Linda haben auch eine Internetseite auf der regelmäßig spannende und witzige Reiseberichte mit fszinierenden Bildern veröffentlicht werden.
(Link ist re. in der Menueleiste)
www.zis.tu-dresden.de/reise
Auf der einen Seite beneide ich die Beiden ein wenig um ihre Reiseroute, auf der anderen Seite bin ich aber auch froh, dass ich in einigen Monaten in mein Berlin zurück kehre. Es ist komisch Anfang Januar dachte ich noch jetzt geht es richtig los und nun 6 Monate später bin ich um unzählige Erfahrungen und Eindrücke reicher und freu mich darauf meine Familie, Freundin und Freunde wieder zu sehen. Australien ist ein beeindruckendes Land, Kontinent, Insel ideal zum reisen und ich bin vom Reisefiber hier erst so richtig infiziert worden, aber es ist nicht mein Land in dem ich leben möchte. Ich könnte mir in einigen Jahren vorstellen die Idee von Björn und Linda noch einmal auf zu greifen und mit einem World Aroundticket Asien, NZ, Südamerika, Canada u.s.w. zu bereisen. Vielleicht kann man es gleich mit einigen Bergbesteigungen und Klettertouren in den jeweiligen Ländern verbinden. Oder eventuell auch etwas ganz anders machen, man weiß ja nicht was die Zukunft noch bringt. Lassen wir uns überraschen.
Just in diesem Augenblick fällt mir endlich ein warum ich eigentlich nach Australien gekommen bin. Toll nach 8 Monaten die Erkenntnis. Mein Hauptmotiv, als ich von Dt. los geflogen bin war: Es einfach mal gemacht zu haben und wann wenn nicht jetzt. Es war kein Selbstfindungstrip und kein lang gehegter Traum, der jetzt verwirklicht wird. Es war einfach eine Laune. Nun 8 Monate später möchte ich der Reise ein weiteres Motiv hinzu fügen. Ideenfindungstrip
Einfach Idee und Anregungen sammeln und diese dann eventuell irgendwann mal umzusetzen.
Mitleerweile sind es so viele Idee, dass ich mich in ihnen fast wieder verliere.

So genug seniert, die Sonne scheint wieder (2 Tage später) und die Schlammpfützen sind auch wieder getrocknet. Björn ist zwar immer noch meilenweit von einer Profigitarrenspielerkarriere entfernt, aber das wird schon. Prophylaktisch werde ich mir schon mal ein T-Shirt von Ihm signieren lassen.

Bjoern und Linda
bjoern-linda-7- bjoern-linda-14-
Francois und Marie
francoia-marie-2-
Bilder von der Mandarinenplantage
gayndah-2- mandarine
gayndah-15-sw3 gayndah-17-sw-kopie gayndah-19-sw-kopie1

Donnerstag, 1. Juni 2006

Reiseroute

Map-bear

Montag, 22. Mai 2006

15.04.- 15.05.2006

So nach knapp vier Wochen schreibstille dachte ich mir könnte ich mal wieder ein Lebenszeichen und ein paar Zeilchen von mir geben.
Die letzten Wochen habe ich damit verbracht von Victoria über New South Wales nach Queensland zu fahren, um mir mal die Ostküste etwas genauer anzugucken.
Zu erst einmal möchte ich aber meinem Opa in Rostock danken, der in seinem unheimlich vielbeschäfftigtem Rentnerdasein doch Zeit gefunden hat und Lexika und Reiseliteratur gewälzt hat um der Frage nach zu gehen welcher nun der größte Monolith auf der Welt ist? Ayers Rock oder Mt. Augusta? Ihr erinnert euch sicher an das kleine Problem was Anne und ich hatten? Des Rätsels Lösung ist: Mt. Augusta ist der größte Monolith und Ayers Rock wurde demnach auf Platz zwei verbannt. Gut nun wäre das also auch geklärt und wenn ich mal bei Günther Jauch sitzen sollte ist mein Opa auf jeden Fall mein Tel.-Joker.
Nach fast 20 Tagen kontinuierliches Arbeiten von Morgens 6:00 Uhr bis Abends 19:00 Uhr im Kühllager, dachte ich mir könnte ich mal wieder Urlaub in der Sonne machen. Also habe ich am 15.04.06 den lauschigen Ort Robinvale verlassen und bin über das Innland nach Sydney gefahren. Ich muss zugeben, dass mir der Abschied von dieser Arbeitsstelle etwas schwer fiel, da es die erste Arbeit war die durchgehend Spaß gemacht hat und weil ich wieder lustige Leute kennen gelernt habe. Fazit: die kleinen, dunklen Weintrauben sind meistens die Besten und in einer meiner nächsten Urlaube werde ich mir mal Korea anschauen.
In Sydney habe ich mich in einem Hostel eingemietet, da mir der Campingplatz zu weit außerhalb lag. Eigentlich wollte ich nur eine Nacht dort bleiben, da ich etwas organisatorisches erledigen musste, aber wie es der Zufall so will bin ich Abends in gemütlicher Runde bei einem schönen kühlen Bierchen mit einer Backpackerin aus der Schweiz ins Gespräch gekommen und bei den Standartfragen (Wo kommst du her, Wie lange bist du schon in AU, Wo willst du hin?) stellte sich heraus, dass Sie auch nach Queensland möchte und ob ich sie nicht mit nehmen kann? Mhmmm von soviel Spontaneität war ich erst mal etwas sprachlos. Ich meine dieses Mädel kannte mich erst seit einigen Minuten und fragt mich ob ich sie mit mir einige Wochen durch die Gegend ziehen kann. Aber gut dachte ich mir, da Sie mir Sympathisch war und sich dadurch auch meine Reisekosten minimieren würden, warum nicht. Und wenn es nicht geht, kann man ja immer noch getrennte Wege gehen. Außerdem hat man zu zweit eh mehr Spass. Nachdem ich meine Sprache wieder erlangt hatte, besprachen wir wie sie sich und ich mir das ganze so vorstelle. Der Hacken war nur, dass sie sich noch einige Tage lang Sydney anschauen wollte. Damit konnte ich leben, da ich so auch mal wieder in den Genuss des Großstadtfeelings kam.
Kurz zur Person: ihr Name ist Steffi, 26 Jahre jung, kommt wie gesagt aus der Schweiz (ich glaube der Ort hieß Tun oder so) und betreut normalerweise Kindern in einer Kindertagesstädte. Extrem Tierlieb ist diese Frau auch noch, alles was nicht gerade 8 Beine und 4 Augen hat würde sie am liebsten Anfassen und Füttern. Durch Anne war ich ja schon einiges gewohnt, aber Steffi war Zeitweise noch einen Zacken schärfer. In Sydney saßen wir abends auf der Dachterrasse und haben den ungefähren Reiseverlauf besprochen, da erspäht sie einen mittelgroßen, braunen Käfer mit langen Antennen auf dem Kopf der auf dem Fußboden herum krabbelt. Als sie sich zu ihm herunter beugt um ihn anzufassen, sage ich ihr, dass dieses possierliche Tierchen eine Schabe oder Kackerlake sei und man so etwas normalerweise Tötet. Dann wollte sie es auf einmal doch nicht mehr anfassen. Manchmal nimmt Tierliebe doch seltsame Züge an.
Nach einigen Tagen Sydney haben wir uns auf den Weg nach Queensland gemacht. Unser erster wirklich erwähnenswerter Stopp war ein kleiner Ort an der Grenze zu Queensland. Nimbin Seit dem Auqarius Festival 1973 ist er der Pilgerhort für jeden Hippie und bekannt für einen extrem alternativen Lebensstil, man könnte es schon fast Kommune nennen. Wir sind am späten Nachmittag angekommen und man hatte den Eindruck, dass man sich, nach dem passieren des Ortseinganges im Jahre 1970 wieder gefunden hat. So viele schräge und extrem entspannte Gestalten sind mir wirklich selten bis noch gar nicht begegnet. Auf unserer ersten Runde durch den Ort, kam ein, ich gebe es zu etwas schmuddeliger oder sagen wir sehr natur belassender Mann an unser Auto und wollte uns irgendetwas sagen oder verkaufen. Dazu kam es aber nicht, da Steffi leicht panisch mir zu verstehen gab, bitte nicht anzuhalten sondern ihn einfach zu ignorieren. Schade wäre bestimmt lustig geworden. Zur Nacht haben wir uns auf den örtlichen Campingplatz gestellt und mit Einbruch der Dunkelheit lag ein Geruch über dem Platz der keine Fragen offen ließ. Von unserem Nachbarn haben wir den ganzen Abend eigentlich nur die Füße gesehen, die noch aus dem offenen Zelt ragten. Nimbin hat nur zwei wirkliche Attraktionen, 1. die Bewohner, von denen man bei einigen glauben könnte, dass sie die 70iger nie verlassen haben – THC Produkte soll das Raum-Zeitgefüge ja um einiges dehnen (habe ich gehört) und 2. die Hauptstrasse, die mit lustig, bunt bemalten Häusern gespickt ist und in denen sich kleine Geschäfte befinden in denen man allerlei Öko und Hanfprodukte kaufen kann. In Australien ist das Besitzen, Konsumieren, Anbauen und Verkaufen von Cannabis genauso verboten wie in Deutschland und mit Hanfprodukte meinte ich Hosen, Hemden, Taschen u.s.w.. Nicht desto trotz scheint in Nimbin der Konsum von Cannabis bis zu einem gewissen Grad von der Polizei toleriert zu werden. Da wird erst einmal im Straßencafe ungeniert das zweite Frühstück geraucht, an jeder Ecke riecht es nach Gras, es war überhaupt ein Wunder, dass der Himmel blau war und hätte ich all das Gras und die Backwaren gekauft die mir angeboten wurden, hätte ich die Stadt völlig arm und wahrscheinlich mit Muskelkater im Gesicht verlassen. Zustände wie in Amsterdam nur das hier mehr Dreads rum liefen. Es gab zwar auch ein Frisör, aber der würde ohne das angeschlossene Cafe nicht überleben.
Nimbim-1- Nimbim-4- Nimbim-9- Nimbim-35-
Nachdem wir uns wieder im 21 Jahrhundert befunden hatten, haben wir noch einen kurzen Abstecher nach Byron Bay gemacht. Dort sind wir zum Cap Byron gelaufen, dem östlichsten Punkt auf dem Festland AU. Nüchtern muss ich feststellen, dass der Ozean von dort aber auch nicht anders aus sieht, schön war es trotzdem. Byron-Bay Byron-Bay-8-
Unser nächster Stopp war dann wieder etwas im Landesinneren und zwar war es der Lamington Nationalpark. Dieser Nationalpark und auch die anderen drum herum sind aus einem riesigem, ehemalig aktiven Vulkan entstanden. Irgendwann, vor einigen Mio. Jahren ist er zum letzten Mal ausgebrochen und seit dem wachsen und gedeihen dort faszinierende Regenwälder. Nach einem sehr schönem Walk durch eine beeindruckende Regenwaldlandschaft ging es wieder zurück an die Küste und über die Gold Coast nach Brisbane. Die Gold Coast ist mit Orten wie Surfer Paradies und Miami eine Touristen- und Schicki-Micki Hochburg. In meinem Reiseführer stand „had it or love it“.
Gold-Coast
Ich bevorzuge ersteres und ich würde dort keine zwei Tage Urlaub machen. Zuviele Bettenburgen, zuviel Porsche, Ferrari und Lamborghini und einfach zu schick für mein Geschmack. Wir haben uns mit einem Strandtag begnügt und sind dann nach Brisbane weiter gefahren. Brisbane habe ich auch nicht in so guter Erinnerung. 1. weil ich die Stadt etwas Langweilig und Öde fand. Das einzige was mir gefallen hat, war die Kunstgalerie, weil es dort schöne s/w Fotografien und Kunstwerke von Nachwuchskünstlern zu sehen gab. Steffi die nicht unbedingt ein Fan von Artgaleries ist, dachte sich das sie mal solidarität zeigt und mich begleitet. Diese Geste fand ich auch total toll, bei dem Tempo was sie vorlegte hätte man allerdings denken können, dass sie sich gerade in einem Gruselkabinett befindet und nicht in einer Galerie.
Brisbane-17- Brisbane-19- Brisbane-25-
Anschließend sind wir noch durch das Queensland Museum gestiefelt, haben einen Wochenendmarkt besucht, waren lecker Essen und sind dann durch den Botanischen Garten zum Auto zurück gelaufen. Tja und da war auch schon der zweite Grund warum ich Brisbane in schlechter Erinnerung habe. Irgend so ein netter Mensch dachte sich, dass sich mein MP3 Player in seinem Besitz viel besser macht. Grundsätzlich bin ich ja dafür, dass man Musik tauscht, aber diese Variante finde ich nicht so toll, da sie sehr einseitig ist und für mich auf Dauer sehr teuer. Naja im Grunde bin ich aber auch selber schuld, da ich das Gerät nicht mitgenommen habe. Gott sei dank hat sich der Dieb mit meinem MP3-Player genügt und sonst weiter nichts mitgenommen.
Um ein Musikabspielgerät wenigen und mit einem etwas ärgerlichem Gefühl in der Magengegend verließen wir die Großstadt und sind zu einem sehr schönem und urigen Campingplatz in Boreen Point gefahren. Der kleine verschlafene Ort südlich von Nossa ist eigentlich kaum der Rede wert. Unser Hauptanliegen war eine Paddeltour auf dem Nossa River durch den Great Sandy NP. Leider mussten wir feststellen, dass diese Tour über mehre Tage ging und wir die selbe Strecke wieder hätten zurück paddeln müssen und somit haben wir uns mit einer Halbtagestour über den Lake Cootharaba und einen kleinen Teil eines Flusses begnügt. Trotzdem hat es bei herrlichem Sonnenschein unheimlich viel Spass gemacht und Steffi hat sich Paddeltechnisch sehr gut geschlagen. Boreen-Point-1- Boreen-Point-30-
Rück zu mussten wir leider gegen die Strömung und als wir den See erreichten auch noch gegen ordentlich Wind und Wellen paddeln. Ich glaube in diesem Moment hat sie mich sicher verflucht. Ich gebe zu es war schon recht anstrengend, aber mir hat es auch enorm viel Spass gemacht, jede Welle direkt mitzunehmen. Es konnte gar nicht genug spritzen, was sie natürlich nicht so toll fand, da sie nämlich in der Polposition saß. Abschließend muss ich aber sagen, dass sie sich extrem wacker geschlagen hat.
Von diesem kleinem Abenteuer ging es nach Hervey Bay wo das nächste Abenteuer schon auf uns wartete.
Hervey Bay ist einer der zwei Hauptzugänge zu Fraser Island, der größten Sandinsel auf der Welt. Trotz des vielen Sandes gibt es auf Fraser auch beeindruckende Regenwälder und schöne Frischwasserseen. Da diese Insel keine befestigten Straßen hat, ist sie nur via eines Allrad angetrieben Geländewagens zu befahren und genau so ein Spielzeug haben wir uns für 2 Tage in Hervey Bay ausgeliehen.
Am Samstagmorgen um 7:00 Uhr sind wir mit der Fähre von Hervey Bay aus nach Fraser Island gefahren. Nach einigen Metern Asphalt habe ich auf Allradantrieb geschaltet und ab ging es in eine riesige Sandkiste. Zuerst sind wir durch Regenwald an die Ostküste der Insel gefahren um dann direkt am Strand Richtung Norden zu fahren.
Fraser-Island-5- Fraser-Island-109-
Unterwegs haben wir einen kurzen Walk durch Rainforest gemacht, haben uns das Wrack der Maheno und andere Sehenswürdigkeiten angeschaut.
Fraser-Island-81- Fraser-Island-133-
Es ist total faszinierend mit einem Auto am Strand entlang zufahren, auf der einen Seit der blaue, tosende Ozean und auf der anderen Seit das grüne Hinterland.
Fraser-Island-35- Fraser-Island-46- Fraser-Island-41-
Irgendwann weit oben im Norden gibt es eine Umleitung um eine Felsklippe, die einem den Weg versperrt. Diese Umgehung ist nicht ganz einfach zu fahren, da sie aus extrem weichem Sand besteht. Naja und wie Jungs halt so sind wollte ich es unbedingt mal ausprobieren. Also das Allradgetriebe auf Low Range geschaltet, Anlauf genommen und los ging’s. Nach knapp 100m kam der Jeep dann sicher im Treibsand zu stehen, da ich die Spur nicht gleich richtig getroffen habe. Nachdem wir das Auto wieder frei gebuddelt und einige Hölzer unter die Räder gelegt hatten fuhren wir im Rückwertsgang zurück zu unserer Ausgangsposition und diskutierten, ob wir es noch einmal versuchen sollten. Letztendlich hat sie nachgegeben und ich konnte einen zweiten Versuch starten, der auch erfolgreich war. Ich muss schon sagen ich bin sehr beeindruckt was so ein kleines Auto alles bewältigen kann, wenn es alle vier Räder zu Verfügung hat. Ein zweites Mal hatte ich uns festgefahren, als ich die Ausfahrt vom Strand zu unserem Hotel nehmen wollte. Ich habe zwar gesehen wo sie ist und das sie aus stark aufgewühltem, losem Sand besteht, dadurch das die Sonne aber so tief hing und mich sehr geblendet hat, habe ich auch hier nicht auf an hieb die richtige Spur getroffen und zack saßen wir wieder fest. Dank Steffis fleißigen Händen waren wir aber nach kurzer Zeit wieder frei und konnten zu unserem Hotel fahren. An unserem zweiten Tag sind wir mehr durch das Innland gefahren, haben uns den Lake McKenzie mit seinem feinem, weißem Sand und dem Kristall klarem Wasser angeschaut und hatten eine menge Spass auf den 4WD Pisten. Naja wenn kleine Jungs spielen sind sie Glücklich und ich war extrem Glücklich.
Fazit: Tolle Natur + viel Spass = geniale Erfahrung
Ich würde sogar so weit gehen, dass es neben dem Overlandtrack auf Tasmanien einer der coolsten Trips gewesen ist, die ich hier gemacht habe.
Wenn Queensland, dann unbedingt nach Fraser Island fahren.
Eine lustige Begegnung hatten wir am 1.Mai als wir von Fraser nach Yeppoo gefahren sind. Unterwegs wurden wir von einem Polizisten angehalten und auf Alkohol getestet. Endlich durfte ich mal in so ein Gerät pusten und vorbildlich wie ich war - 0,00 Promille. Irgendwann später haben wir auch begriffen warum hier teilw. auch am Tage kontrolliert wird. In einer kleinen Stadt, deren Namen ich schon wieder vergessen habe als wir an einer roten Ampel auf grün warteten, stand neben uns ein Pick Up und der Fahrer nutzte die Rotphase um erst mal einen kräftigen Schluck aus seiner Bierdose zu nehmen. Na dann man Prost, es wurde grün und er brauste davon.
Von Yappoon aus sind wir mit einer Fähre nach Great Keppel Island gefahren, um dort etwas im Great Barrier Reef zu schnorcheln. Verglichen zum Ningaloo Reef in Western Australia, fand ich die Korallen am Great B. Reef schöner und ich bin der Meinung, dass ich mehr bunte Fische gesehen habe. Nachteil am Great B. Reef war, dass das Wasser kälter war und ich schon nach knapp 10-15 min gefroren habe. Naja vielleicht bin ich auch einfach nur etwas vom 28°C warmen Wasser in WA verwöhnt gewesen. Steffi hatte mit der Temperatur nicht so viele Probleme und konnte dadurch noch einen Rochen beobachten. Unser letzter gemeinsamer Stopp war Mackay, dort haben wir einen Walk durch den Eungella NP gemacht. Der Eungella NP hat den ältesten, subtropischen Regenwald in Australien und es war wirklich atemberaubend. Zu unserem Glück hatte es zwischen durch immer mal wieder etwas geregnet, wo von wir dank der dichten Baumkronen kaum etwas abbekommen haben, es aber ausgereicht hat um eine faszinierende Stimmung herbei zu zaubern.
Eungella-NP-2- Eungella-NP-7- Eungella-NP-17-
Zeitweise habe ich mich etwas wie Iniana Jones gefühlt und ich habe gedacht, dass sich hinter der nächsten Kurve ein alter Tempel auf tut.
Am nächsten Tag haben wir etwas gemacht, wo von ich dachte, dass ich so etwas
nie machen würde. Wir waren Reiten. Ja, ja so richtig auf einem Pferd durch die Natur und so, das volle Programm also und das wo ich doch so ein Tierfreund bin.
Steffi und ich haben unterwegs mal einen kleinen Zoo besucht, in dem Kangaroos frei umher liefen. Steffi hatte unheimlich viel Spass beim füttern der kleinen possierlichen Tierchen. Ich fand es eher unspannend, so mal ich die Hälfte der Tiere schon in freier Wildbahn gesehen hatte und dachte immer nur: Geh weg, du bekommst nichts du bist zu dick.
So und nun also Alex auf einem Pferd. Als wir auf dem Gestüt ankamen, fragte die Besitzerin zu erst Steffi ob sie denn Reiten könne und dann mich. Die Antworten sind immer dieselben, die Mädels können es, die Kerle nicht und die Kerle machen es den Mädels wegen.
Nach dem das Pferd gesattelt war konnte ich aufsitzen und mir wurde im Crash-Kurs erklärt wie man reitet. Steffi hatte mir vorher zwar schon einiges über das Reiten erzählt, trotzdem war es anfangs ganz schön schwierig das Pferd zu kontrollieren. Nach dieser kleinen Einführung ritten wir mit der Besitzerin und ihrer Tochter ca. 1,5 Stunden über Stock und Stein und schauten uns die tolle Landschaft an. Nach einer kleinen Teepause mit Gebäck ging es wieder los und diesmal wollte mir die Besitzerin das Reiten im Trapp zeigen. Holla die Waldfee, so weit über dem Erdboden hat mir diese Geschwindigkeit schon ganz schön Respekt eingeflösst, nachdem ich mich aber daran gewöhnt hatte, war es aber ein geniales Feeling. Nach insgesamt 3h Reiten war der ganze Spass wieder vorbei.
Abschließend muss ich sagen, hat es mir schon Spass gemacht und es war auf jeden Fall sehr interessant, aber mein Hobby wird es wohl doch nicht werden.
Steffi hat das Gestüt und die Reiterei so toll gefallen, dass sie gleich dort geblieben ist und nun für Kost und Unterkunft dort arbeitet.
Die 3,5 Wochen mit Steffi fand ich sehr lustig und haben mir viel Spass gemacht. Vor allem weil sie eine lustige und aufgeweckte Frau ist, die auch neuen Aktivitäten offen gegenüber steht.
Da ich nach 4 Wochen eh wieder arbeiten wollte, kam mir die Trennung gar nicht ungelegen, also bin ich zurück gefahren und bin momentan in Childers ca. 350km nördlich von Brisbane. Dort gibt es einen Campingplatz der einem, wenn man dort wohnt arbeit bei den umliegenden Farmen besorgt. Das Gute an diesem Campingplatz ist dass man eine Menge anderer netter Backpacker trifft, der Nachteil: Teuer und eine extrem unfreundliche und unkooperative Besitzerin.
Momentan ernte ich Paprika, was ziemlich auf den Rücken geht, da dieses Gemüse sehr Boden nah wächst. Die ersten Tage wurde ich nach Stunde (13,80AU$)bezahlt, was erst mal toll klingt, aber nichts bringt, wenn man nur 4-6 Stunden arbeitet. Ich weiß, dass ich mit dieser Arbeit nicht reiche werde, aber ein gewisses Mindesteinkommen wollte ich schon haben und das war mit diesen Konditionen nicht zu erreichen. Also habe ich gefragt ob ich nicht per Eimer bezahlt werden kann. So ein Eimer fasst ca. 20kg Paprika und ich bekommen pro Eimer 1 AU$. Dies wiederum klingt nicht viel, da ich aber in 6h zwischen 110 und 120 Eimer abgebe, bekomme ich auf jeden Fall mehr Geld als wenn ich nach Stunde bezahlt würde.
Eigentlich wollte ich hier bis ende Juni arbeiten, aber ob mein Rücken das so lange mit macht weiß ich noch nicht. Naja es ist ja bloß arbeit und ich muss es ja nicht mein Leben lang machen.

Freitag, 7. April 2006

Reiseroute

Map-bear1

17.03.-06.04.2006

Kurze Einleitung
Dieser Bericht ist in mehreren Etappen entstanden, was sich daraus ergeben hat, dass ich es aus arbeitstechnischen Gründen nicht geschafft habe den ersten Teil wie geplant vor 1,5 Wochen auf meiner Site zu veröffentlichen. Auch hatte ich keine Lust den Bericht an dauert zu ändern, also entschuldigt bitte eventuelle Wiederholungen.

Es ist Freitag der 24.03.06 und der Zeiger meiner Digitaluhr zeigt 19:40 Uhr an. Ich sitze gerade in unserer alten aber tapferen Lady, blicke auf tausenden von Weinstöcken, hinter denen sich gerade der Horizont orange-rot färbt, der Geruch von vergorenen Weintrauben steigt mir in die Nase und ich stellen mit erschrecken fest, dass schon wieder eine Woche um ist, die zwar nicht sonderlich spannend war, aber doch eine große Veränderung mit sich gebracht hat.
Am Freitag (17.03.06) sind wir gegen Mittag, etwas wehmütig, weil die Leute bei denen wir die letzten 3 Nächte geschlafen haben super lieb waren aus Perth in Richtung Kalgoorlie aufgebrochen. Nach ca. dem viertel der Strecke wurde es langsam Abend und wir hatten beschlossen einen Rastplatz, etwas abseits des Highways am zweit o. dritt größten Monolithen, Kokabin Rock zu schlafen. Mit dem Monolithen bin ich mir nicht ganz sicher ob es nun der 2. größte von AU ist oder der 2. größte von Western Australia oder vielleicht doch ganz anders. Wir sind nämlich etwas durch einander. Wir haben angenommen, dass Uluru der größte Monolith auf der Welt ist, dem nach wäre unserer der 2.größte. Nun haben wir aber in WA davon gelesen, dass man dort den größten Felsen finden kann (Mt. Augusta), dem nach rückt Uluru auf Platz Nr. 2 und unserer auf den 3. Platz. Na gut haben wir uns gedacht, vielleicht ist ja Uluru der größte Monolith von Nothern Territory, aber wir waren uns fast sicher, dass die die ganze vom größten Monolithen der Welt gesprochen hatten. Ich hoffe Ihr versteht unsere Verwirrtheit.
Tja nun würde ich euch ja gerne des Rätsels Lösung präsentieren, aber das kann ich leider nicht genau, da in meinem Reiseführer, der eigentlich recht kompetent ist drin steht, dass Mt. Augustus „the biggest rock in the wold“ ist und Uluru „the wold’s biggist monlith“ ist. Wo liegt der Unterschied zwischen monolith und rock? Ich hab zwar leider keine Höhenangaben zum Mt. Augustus gefunden, aber ich glaube der größte Felsen/Felsblock ist er nicht, da wir wahrscheinlich im Elbsandsteingebirge höhere Felsen haben.:) Ich denke folgendes, um dieses Thema mal zum Abschluss zu bringen. Uluru ist der größte Monolith der Welt, Mt. Augustus ist der größte Felsen von WA und Kokabin Rock vergessen wir mal - war eh unspannend.
Du siehst Anne ich habe es wirklich versucht eine Lösung zu finden, wenn ich daran denke forsche ich aber noch einmal im www nach.
Zurück zur Story.
Diesen pseudo-2.größten Monolithen in absoluter Dunkelheit und irgendwo im Hinterland von WA zu finden war gar nicht so einfach und noch einmal richtig abenteuerlich. Irgendwann wurde die asphaltierte Straße zu einer Sandpiste, die Straßenschilder waren auch nicht wirklich hilfreich und die Abzweigung an der wir abbiegen wollten gab es einfach nicht.
Wir hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben und haben beschlossen diese Straße nur noch bis zum Ende zu fahren, da war auf einmal unsere ersehnte Straße und der Rastplatz. Anschließend haben wir herausgefunden, dass die Wegbeschreibung von der anderen Richtung ausgegangen war.
Kokerbin-Rock-WA-3- Kokerbin-Rock-WA-9-
Am Sonntag haben wir uns Kalgoorlie angeschaut. Diese Stadt ist einst mal DIE Goldgräberstadt mit prachtvollen Hotels, Bars und noch weiteren schönen Gebäuden gewesen. Heute wird hier zwar immer noch Gold abgebaut aber ich denke Sie lebt mehr vom Tourismus. Kalgoorlie-WA-5-
Wir hatten glück und es war Markttag, was für uns hieß, dass wir eine kostenlosen Führung im Super Pit bekommen haben. Der Super Pit ist ein riesiger Krater in dem ernorme Mengen an Gestein abgebaut werden und nebenbei wird auch noch Gold gefunden. Der Super Pit soll sich angeblich auf einer großen Goldader befinden, die Mengen an Gold sind aber recht gering. Die Dimensionen dieses Loches und der Maschinen waren aber schon sehr beeindruckend.
Kalgoorlie-WA-11- Kalgoorlie-WA-7-
Tja und dann war da noch die große Veränderung von der ich am Anfang geschrieben habe.
Kalgoorlie war die letzte Stadt auf unserer 6 monatigen Reise, die sich Anne und ich gemeinsam angeschaut haben. In den frühen Morgenstunden des Montages ist Anne in den Indian Pacific gestiegen und ist nach Sydney gefahren von wo aus Sie dann wieder nach Berlin fliegt.
Zum Abschied sind wir zum ersten Mal in AU Essen gegangen. Ehrlich wir haben es in sechs Monaten nicht geschafft in ein Restaurante ein zukehren, es waren immer nur Take away’s. Das Beste zum Schluss und der Abend war wirklich nett. Wir haben die vergangene Zeit noch einmal Revue passieren lassen und haben festgestellt, dass wir eine tolle Zeit hatten, viel gesehen haben, sehr nette Menschen kennen gelernt haben und das wir uns trotz einiger Meinungsverschiedenheiten doch ganz gut verstanden haben und das es keiner Bereut mit dem anderen losgefahren zu sein. Gegen 24:00 Uhr haben wir uns verabschiedet, Anne ist in Ihren Zug gestiegen und ich habe mein MP3-Player angeworfen und bin noch bis morgens 7:30 Uhr Auto gefahren. Ich hatte mir vorgenommen den Sonnenaufgang im Nullabor zu sehen und zu fotografieren. Außerdem wollte ich am Mittwoch in Port Augusta (SA) sein. Die Nachtfahrt war im wahrsten Sinne des Wortes ein tierisches Erlebnis, da man nachts teilw. mehr Tiere sieht als am Tage. Kangaroos am Straßenrand, Kangaroos auf der Straße, Hasen auf der Straße und so weiter. Es ist aber alles gut gegangen und so konnte ich den Sonnenaufgang im Nullarbor genießen und hinterher etwas schlafen. Am Mittwoch gegen 13:30 Uhr bin ich nach unendlich langweiligen 1874km in Port Augusta angekommen und habe mich dort gleich um einen Job in Victoria oder New South Wales bemüht. Nach dem 3.Telefonat hatte ich eine wage Zusage für einen Job bei Mildura, genaueres könne man mir aber erst sagen, wenn ich dort sei. Und weil ich ja noch nicht genug gefahren bin, habe ich mich gleich auf den Weg gemacht, da ich am nächsten Tag dort sein wollte. Am zeitigen Donnerstagnachmittag hatte ich die 700km hinter mir und einen Job auf einer Weinplantage. Juhu da haben sich die Strapazen doch gelohnt. Die Arbeit ist, momentan jeden Falls noch ziemlich lustig und macht direkt etwas Spaß. Ich muss nicht etwa bei 35°C in der prallen Sonne Trauben ernten, nein mein Arbeitsplatz hat angenehme 1,3°C und heißt Kühllager. Dort muss ich mit einigen anderen in voll gepackte Styroporkisten ein Flies legen, welches Pilzbefall der Trauben verhindern soll, der nächste faltet die Tüte zusammen, der dritte verschließt sie mit einem Deckel und ein vierter stapelt die fertigen Kisten auf einer Palette. Robinvil
Fließbandarbeit halt, aber lustig und wenn man sich beeilt wird einem sogar warm. Einen Schock bekomme ich bloß, wenn ich zur Pause in die Sonne trete und mir sofort der Schweiß läuft. Hätte ich mir auch nicht träumen lassen, dass ich mal auf dem wärmsten Kontinent in einem Kühllager arbeite. Macht aber irgendwie Sinn oder? Diese ewige Hitze erträgt ja auch keiner auf Dauer. Oder wie seht IHR das? Naja ich finde es super, in meinem normalen Job in Berlin arbeite ich zeitweise bei 30°C und extrem hoher Luftfeuchte, also nun mal das Gegenteil.
Nach einer Woche alleine durch die Gegend fahren, fange ich an mich daran zu gewöhnen, dass nun der Rucksack mein Beifahrer ist und ich denke ich werde ihn Wilson nennen und ihm ein Gesicht malen.:)
Die ersten zwei Tage im Nullabor waren schon ziemlich ungewohnt und ich muss zugeben, dass ich mich zeitweise recht einsam gefühlt habe. Aber wie gesagt nach einer Woche geht es allmählich und vielleicht finde ich ja irgendwo unterwegs eine nette Backpackerin, die mich die Ostküste entlang begleitet.:)))))
Naja die nächsten drei Wochen werde ich wohl Weintrauben verpacken und was ich danach mache muss ich mir noch überlegen- hab ja jetzt genug Zeit. Ich vermute mal langsam Richtung Sydney und Queensland fahren.

Zum Schluss noch einige Zahlen.
In 6 Monaten haben wir 23.481km zurückgelegt davon bin ich in den letzten vier Tagen 2574km gefahren. Ich weiß nicht was das in Europa ist, vielleicht Berlin-Moskau oder Paris-Moskau oder Nordkap-Rom?????? Ich werde mal nachforschen.
Wir sind in 6 von 7 Bundesstaaten gewesen und haben außer Brisbane, Cairns und Darwin alle größeren Städte gesehen. Unser Auto hat im Großen und Ganzen auch gut durch gehalten. Es brauchte nur 4x einen Mechaniker, 4 neue Reifen, eine neue Bremsleitung, einige Teile im Motorraum, 14l Öl und langsam mal eine Autowäsche und evtl. einen neuen Luftfilter.
Mitleerweile ist es 23:30 Uhr, die Sonne hat sich in eine Glühlampe verwandelt, wenn ich raus schauen möchte sehe ich nur noch mein Handtuch, welches ich zum Trocknen aufgehängt habe und ich denke es ist Zeit für mich etwas Augenpflege zu betreiben. Morgen muss ich schließlich wieder früh raus.

Woche 27.03.- 06.04.2006

Die letzten 15 Tage habe ich fast durch gehend in einem begehbaren Kühlaschrank mit Unmengen von Weintrauben, Grapes oder in koreanisch Poto gearbeitet.
Kurz mein Tagesablauf.
Gegen 5:05 Uhr ist mein Mobiltelefon der Meinung, dass ich lange genug geschlafen habe und langsam aufstehen soll. Das erste Klingeln ignoriere ich erst einmal und ich quäle mich erst nach dem zweiten Ermahnen langsam aus dem warmen Bett. Alles Folgende geschieht fast automatisch. Anziehen, Tee kochen, Morgentoiletten, Frühstücken und Sachen für die Arbeit packen. Gegen 6:00 Uhr trotte ich langsam durch die morgendliche Dunkelheit in den Shed (Lagerhalle, Schuppen), wo ich mich wenige Minuten später meine Stempelkarte in der Stechuhr versenke. Dieses Zeitmanagementgerät ist nicht ganz so modern wie das in dem Krankenhaus in dem ich normalerweise in Berlin arbeite und wünscht mir nicht „Viel Spass“.
Von 6:00 – 7:00 Uhr helfe ich beim säubern der Fliesbandanlage vom Vortag, ab 7:00 Uhr wechsel ich in den Kühlraum und verschließe und stapel mit einigen anderen Travellers Styropore Kisten. Die Dauer dieser Arbeit variiert, aber normalerweise sind wir gegen 16:00 Uhr damit fertig. Anschließend machen wir noch sauber und bereiten noch einiges für den nächsten Tag vor. Die Arbeiten, die ich dann erledige sind unterschiedlich. Entweder falte ich plastik Tüten in Styropore Kisten oder ich klebe Firmensticker auf die fertigen Kisten. Tüten falten ist extrem langweilig und ich versuche diesem Job so oft wie möglich zu entgehen. Sticker kleben finde ich da schon, na ja ich möchte nicht sagen spannend aber zu mindestens spannender. Die Temperaturen in den Kühlräumen sind unterschiedlich. In dem Raum in dem wir die Trauben verpacken, sind es angenehme 1- 2,5°C, in dem wo die Grapes zwischen gelagert werden und wo wir die Sticker kleben sind es nur 0- -1°C. Brrrrr
Gegen 19:30 Uhr ist Feierabend und ich gehe dann ausgiebig duschen, koch mir etwas zu essen, höre Musik oder Hörbuch und gegen 22:00 Uhr schließe ich meine Augen. Ihr seht da ist wenig Zeit um irgendetwas in der Stadt zu erledigen, so mal das Internetcafe auch gegen 17:00 Uhr schließt. Die einzigste Möglichkeit zum Einkaufen oder Ähnliches ist der Freitag, dort habe ich gegen 17:00 Uhr Feierabend oder man macht einfach früher Feierabend. PICT3944 PICT3949 PICT3955
Die Arbeit ist zum großen Teil ganz spaßig und die Leute sind auch gut drauf. Hauptsächlich arbeite ich mit koreanischen Backpackern zusammen, aber auch Vietnamesen, Afghanen, Philipinesen, vier Israelis, ein Franzose und einige Australier findet man hier. Ich schätze ich werde noch ein oder zwei Wochen hier bleiben und dann nach Queensland fahren um mal wieder Urlaub zu machen.
Wettertechnisch hat es sich in den letzten zwei Wochen ordentlich abgekühlt.
Am Tage sind es nur noch 20- 25°C und in der Nacht fällt die Quecksilbersäule schon mal auf unter 10°C und seit einigen Tagen beheize ich das Auto abends mit einem kleinen Heizlüfter. Solche Temperaturen bin ich gar nicht mehr gewöhnt, obwohl ich es grundsätzlich besser finde bei 10°C zu schlafen als bei 25°C.
Tja bei euch wird es langsam Frühling und hier hält mit großen Schritten der Herbst Einzug.

Donnerstag, 16. März 2006

27.02.-08.03.2006

Diese eineinhalb Wochen bekommen von mir den Namen „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.“ Aber der Reihe nach.
Am 27. Februar haben wir uns Geraldton angeschaut und einige Dinge erledigt. Ich habe mich um meinen Rückflugstermin gekümmert und Anne hat sich eine Unterkunft in Sydney organisiert. Die Sache mit meinem Flugticket war eine etwas nervige Angelegenheit. Kurz zu meinem Ticket. Ich habe mir in Dt. ein so genantes offenes Ticket gekauft, welches ein Jahr gültig ist und noch kein festen Rückflugstermin hat. Diesen Termin kann man dann vor Ort selber festlegen und genau das wollte ich seit Perth machen, was aber aus verschiedenen Gründen nicht ging. 1. Ich konnte nicht, wie angenommen in jedes x beliebige Reisebüro laufen um den Termin festzulegen, sondern musste direkt zur Airline gehen. Gut Perth hat bzw. hatte eine Austrian Airline Filiale. Zu der bin auch hin gestiefelt und habe dort erfahren, dass Austrian umgezogen ist und keine Filiale mehr in Perth hat sondern nur noch in Sydney und Melbourne, aber wenigstens konnte mir der nette Mann eine kostenlose Servicenummer geben bei der ich doch mal anrufen sollte. Am Montag habe ich nach 20min Warteschleife, mit netten Werbesprüchen und Informationen zum Gewicht seiner Gepäckstücke auch tatsächliche eine nette, weibliche Servicefachkraft erreicht, der ich mein Anliegen geschildert habe und sie mir sogar weiterhelfen konnte. Am Ende dieses Telefonats kannte ich die Spinnweben in den Ecken der Telefonzelle auswendig und hatte ein Rückflugtermin im August. Die Stadt Geralton ist eigentlich eher unspannend. Halt eine kleine Stadt mit einer hübschen Ladenstraße, einem Shoppingcenter und einem Warmemorial. Richtig toll fand ich die Buchläden in denen man neben Bücher auch Kaffe und Kuchen in netter Atmosphäre genießen und im Internet surfen konnte.
Am Nachmittag sind wir in den Kalbarri Nationalpark gefahren, dort wollten wir die Nacht verbringen und am nächsten Tag eine kleine Wanderung unternehmen. Als wir einen hübschen Platz zum schlafen gefunden hatten und wir das Auto ordnungsgemäß parkten, haben wir leider festgestellt, dass es hin dieser Gegend unheimlich viele Fliegen gibt. Kaum hat man einen Schritt nach draußen gemacht, ist man von einer schwarzen Traube umgeben gewesen, die einen nicht mehr in ruhe gelassen hat. Gott sei dank ist relativ zügig die Sonne untergegangen und mit der Dunkelheit gingen die Fliegen. Nur leider folgt nach der Nacht der Morgen und die Fliegen waren ordentlich ausgeschlafen und anscheinend hoch motiviert meine Nerven zustrapazieren. Das Frühstück war reiner Kampf und ich hatten mühe meine Fruitrings und mein Toast gegen die schwarzen, fliegenden Biester zu verteidigen. Es ist schon ziemlich lästig und extrem Nervig, wenn es in einer Tour um einem herum summt, es überall krabbelt und diese Viecher versuchen Nase, Augen und Ohren zu entern.
Fliegenprobleme-WA-1-
Nach einer kleinen Wanderung wollten wir weiter fahren, was aber nicht ging, da unser Auto mal wieder nicht ansprang. Noch zwei Tage zuvor habe ich mit meiner Mutter telefoniert und sie meinte noch wie toll doch unser Auto fährt und dann das. Nach 20 min erfolglosen Startversuchen war unsere Batterie leer und somit hat sich Anne an die Straße gestellt und ein Auto angehalten welches uns Starthilfe gegen konnte. Nach dem ich das rote Kabel an das rote und das schwarze an das schwarze meiner Batterie geklemmt habe und unser neuer bester Freund das selbe getan hatte, hat es komisches geknistert und Qualm stieg von unserer Batterie auf. Ein Kurzschluss. Nach kurzem kontrollieren habe ich den Fehler gefunden. Und zwar ist bei unserer Batterie das rote Kabel der Minuspol und das Schwarze der Pluspol. Zu dumm nur, dass bei dieser Aktion unser Starthilfekabel durchgeschmort war und der andere keins hatte. Aber die Einheimischen waren nett und haben uns in den nächsten Ort, Kalbarri zu einer Werkstadt gefahren. Dort haben wir einen Augenblick gewartet und sind dann mit einem Mechaniker wieder zu unserem Auto gefahren. Dieser konnte uns erfolgreich Starthilfe geben und so haben wir uns mal wieder auf den Weg in eine Werkstat gemacht. Der Mensch in der Werkstat wollte uns Anfangs nicht helfen, weil er uns falsch verstanden hatte und dachte es sein Problem mit der Batterie und kein mechanisches/elektronisches. Nach dem unser Auto aber vor seiner Werkstat wieder nicht ansprang, hat er doch einen Blick in den Motorraum geworfen und nach 30 min und einem neuen Kabel war das Problem behoben. Mal sehen für wie lange?
Anschließend sind wir wieder in den Kalbarri NP gefahren und haben noch eine kleine Wanderung durch einen Canyon gemacht. Eigentlich sollte diese Wanderung eine Rundwanderung sein, aber nachdem wir den nächsten Wegweiser gerade so in den Fluten des Flusses ausmachen konnten, haben wir uns entschlossen denselben Weg, den wir gekommen waren wieder zurück zu nehmen.
Kalbarri-NP-WA-43- Kalbarri-NP-WA-34- Kalbarri-NP-WA-50-
Unser nächster Stopp war der Hamelin Pool an der Shark Bay. Dort haben wir uns die ältesten, lebenden Organismen angeschaut, die Wissenschaftler bis jetzt entdeckt haben. Diese Lebensformen heißen Stromatolieten und sind ca. 1900 mio Jahre alt. Stromatoliten-WA-6-
Anschließend sind wir an den Shell Beach gefahren um mal etwas im Indischen Ozean baden zu gehen. Das Interessante am Shell Beach war, wie der Name ja schon verrät der gesamte Strand aus größeren und kleineren Muscheln bestand. Ehrlich das weiß auf den Bildern ist wirklich kein feiner Sand, sondern sind aber Millionen von Muscheln. Ohne eine geeignete Unterlage ist das sonnen dort auch gleichzeitig peeling.
Shell-Beach-WA Shell-Beach-WA-2-
Ich habe den Fehler gemacht und bin ohne Flip-Flops zum Auto gerannt was bestimmt unheimlich lustig aussah, aber doch etwas weh tat an den Fußsohlen. Ihr kennt doch OTTO oder? Egal das Wasser war auf jeden Fall mal wieder richtig klar und hatte ca. 25°C Wassertemperatur, also ideal zum chillen im Wasser.
Am selben Tag haben wir in Denham auf einem Campingplatz übernachtet und wir wollten gerade aufbrechen um Fish’n Chips essen zu gehen, da spricht uns Ray an und nach einem kurzem small talk waren wir zum frisch geangelten Fisch essen bei ihm und seiner Freundin eingeladen. Die Geschichte zu den beiden ist, wie ich finde typisch Australisch und symbolisiert etwas die Lebendseinstellung der Aussies. Sie kommen aus Melbourne, haben gerade ihren Arbeitgeber gewechselt und verbinden den Umzug von Melbourne nach Port Hedland (kleiner Ort im Norden WA) mit einer Reise durch WA. Ach so beide arbeiten als Pflegepersonal mit psychisch Kranke Patienten zusammen. Willkommen im Club. Die beiden waren sehr lustig und der Fisch war unheimlich lecker. Im laufe des Abends haben wir uns ausgiebig über unsere Eindrücke von den Aboridginals unterhalten, was sehr interessant war, da ihre Sichtweise in etwa der unserer entsprochen hat. Nach den Abogininals wurde dann noch kurz Politik angeschnitten, was aber recht zügig wieder beendet wurde, da er sich so in rage agitiert hat, dass er anschließend seine Gitarre herausgeholt hat und zum runterkommen erst einmal schön Blues gespielt hat. Denham-8-
Ich bin normalerweise für diese Musikrichtung nicht so zu haben, aber für diese Stimmung war es genau die richtige Musik. Ich habe diesen fantastischen Abend sehr genossen und bin irgendwann wohlgesättigt ins Bett gegangen.
Am nächsten Morgen haben wir uns in Monkey Mia Delphine angeschaut und waren anschließend noch baden. Die Delphine fand ich nicht so spannend, was aber sicher daran liegt, dass mich die meisten Tiere eh nicht so rocken. Etwas abseits am Strand standen noch einige Pelikane (glaube ich), die wiederum fand ich dreimal spannender als Flipper. Lustig war mit anzusehen, wie diese Vögel ihren Kopf nach hinten gedreht haben um zu schlafen. Sehr praktisch, wenn ich das könnte, wäre das schlafen in der U-Bahn nicht mehr so anstrengend. Monkey-Mia-WA-14-
Der nächste wirklich erwähnens Werte Stopp war Coral Bay am Ningaloo Reef. An diesem schönem Strand mit seinem klarem, blauem Wasser kann man nur eins machen Schnorcheln, Tauchen oder Kajak fahren. Das Ningaloo Reef ist das am dichtesten an der Küste gelegene Korallenriff in Australien, was heißt das man vom Strand aus einige Meter rausschwimmt und schon sieht man große und kleine bunte Fische und Korallen. Die Korallen waren leider nicht so bunt aber trotzdem sehr beeindruckend. Das schöne ist auch gewesen, dass man kaum schwimmen musste, man ist einfach an das eine Ende des Strandes gelaufen, ist dann einige Meter auf das Meer rausgeschwommen und dann hat man sich mit der Strömung an das andere Ende treiben lassen. Sehr angenehm, nur wenn man an deiner Stelle länger verweilen wollte musste man seine Flossen bewegen. Nach einem ziemlich beeindruckenden und Quallenfreiem Schnorchelerlebnis sind wir zu unserem letzten Ort an der Westküste Gefahren. In Exmouth sind wir zwei Tage geblieben, waren etwas Schnorcheln und im Cape Range NP wandern. Schnorcheltechnisch bin ich etwas enttäuscht gewesen, da man kaum etwas gesehen und die Strömung noch stärker war als in Coral Bay. Das wir kaum Pflanzen gesehen haben, lag vor allem aber daran, dass hier vor einigen Jahren ein sehr starker Cyklon vorbei kam und ziemlich viel zerstört hat. Unsere Planung für die nächsten Tage sah vor, dass wir von Exmouth landeinwärts in den Karijini NP fahren, ein-zwei Tage dort verbringen und anschließend durch das landesinnere zurück nach Perth fahren.
Dieser Plan scheiterte als wir am Nanutarra Roadhouse nachtanken wollten und uns die nette Dame erzählte, dass die einzige Straße zu diesem NP gesperrt sei, weil eine Brücke in folge des Cyklons Emma eingestürzt war. Willkommen in Australien. Fluss-Nanutarra-Rh-WA-11-
Es gab zwar noch einen anderen Weg, weiter an der Küste nach Norden und dann zurück ins Landesinnere, aber das wären 760km mehr gewesen und darauf hatten wir keine Lust. Eine Nachricht, die Hoffung bei uns weckte war, dass an der Brücke gearbeitet wird und sie evtl. heute Abend wieder passierbar ist. Also habe wir im teuersten Roadhouse an Westküste den Tag irgendwo im nirgendwo verbracht, abwechseln mal im klimatisierten Cafe, mal im Saunaauto. Gegen 16:00 Uhr, als wir gerade aufbrechen wollten kam der Roadinspector vorbei und meinte, dass die Brücke weiterhin gesperrt ist und er auch nicht versichern kann, dass sie morgen oder Übermorgen geöffnet wird. Ok, da es hier in der Gegend ausser nichts und noch mal nichts, nix zu sehen gab, haben wir beschlossen langsam nach Perth zurück zu fahren. Das Problem bestand nur darin, dass Annes Zug erst am 20.03. von Kalgoorlie fuhr und wir jetzt enorm viel Zeit hatten mit der wir nicht genau wussten was wir mit ihr anstellen sollten. Alle Sehenswürdigkeiten an der Westküste hatten wir gesehen und auf Grund der Hitze und der Fliegen hatten man auch keine große Lust an einem Ort länger zu verweilen. Anne hatte zwar noch eine recht gute Idee wie wir die Zeit nutzen könnten, aber dazu hätten wir nach Sydney gemusst und das funktionierte nicht, weil wir das Auto nicht von Perth nach Sydney via Zug transportieren konnten. Also sind wir ganz entspannt den selben Weg zurück gefahren, habe noch einige Abstecher zu einem benedecktiener Kloster und einem Center was sich mit Gravitation beschäftigt gemacht. Das Gravitationscenter war ganz informativ, obwohl mir leider teilweise die Vorstellungskraft für die Ideen und Theorien der Physiker und Mathematiker fehlt. Aber lustige Poster mit Zitaten von Einstein gab es dort, die man aber leider nicht gegen Bares erstehen konnte. Sind halt Wissenschaftler und keine Tourismusexperten.
Am Dienstag den 14.03.06 waren wir wieder in Freo (Fremantle) und haben uns mit Mike, dem Fotografiestudent aus Perth den wir in Adelaide Anfang Januar kennen gelernt haben und einigen Freunden von ihm auf ein Bier getroffen. Seine Freunde waren Rosie u. Jeremy, ein wirklich sehr nettes Pärchen und ein Typ von dem mir der Name schon wieder entfallen ist. Ich weiß ich habe kein gutes Namensgedächtnis. Rosi und Jeremy sind in unserem Alter und sind verheiratet. Uns ist aufgefallen, dass viele Australier jung heiraten, Haus und Familien haben. Mit jung meine ich, in meinem Alter und früher, was ich wirklich erstaunlich finde, das sich junge Mensche so zeitig so fest binden. Ich finde es jetzt nicht schlimm, es verwundert mich nur jedes mal wieder, wenn ich Pärchen in meinem Alter begegne und sich dann herausstellt, dass sie x Jahren verheiratet sind und ein Haus nicht weit vom Strand besitzen.
Ich muss ja zugeben der erste Gedanke, der mir dann meistens durch den Kopf schießt ist: „Oh Gott, ihr seit doch noch so jung, macht keine Dummheiten!“, aber die „Dummheit“ ist ja zu diesem Zeitpunkt schon vollbracht und dann folgt Respekt und Anerkennung für diese enorme Leistung. Außerdem schießt mir meistens durch den Kopf: “Oh Schreck die beiden hier vor mir sind verheiratet, haben Haus und dem nächst stehen wohl Kinder an und ich? Ich, ein vierteljahrhundert alt, habe weder das eine noch das andere und mache Dinge auf die ich gerade Lust habe wann ich will und wo ich will. Wo soll das bloß alles hinführen?“ Allerdings sind die Aussies auch etwas lockerer als wir deutschen. Wenn man in der Gegend in der man gerade ist keine Arbeit mehr findet oder es einfach langweilig findet, packt man seine sieben Sachen, verkauft das Haus und zieht einfach um. Ich glaube es gibt wenige Australier, die auf Ewig an einem Ort bleiben.
Zum Beispiel Rosie & Jeremy. Er hat einige Zeit in Norwegen studiert, dann haben beide in Sydney gelebt, nun Perth und sie planen in 1-2 Jahren nach Norwegen zu ziehen. Wie gesagt sehr nette und liebe Leute, bei denen wir auch drei Nächte schlafen konnten.
Noch kurz ein Satz warum fast alle Australier ein Haus haben.
1. In den Städten gibt es kaum Wohnhäuser wie in Berlin, München, Köln u.s.w.. Außerdem sind die Mieten wohl recht hoch und deshalb kann man auch gleich ein Haus kaufen.
2. Ist es hier nicht so kostspielig ein Haus zu kaufen wie in Dt..
Für eine ½ mio AU$ bekommt man hier ein fast richtige Luxushütte in ordentlicher Lage.
Am Freitag werden wir uns auf den Weg in das 600km entfernte Kalgoolie machen, wo sich dann am Montag Morgen Annes und meine Wege trennen.

Noch einige Westkuestenbilder.
Carnavon-Jetty-WA-saphier- Carnavon-Jetty-WA-saphier-1 Lanscape-WA-1-

Aktuelle Beiträge

Abschlussbericht
Hallo liebe Leute in Nah und Fern, Nun ist es schon...
vollton38 - 9. Nov, 17:53
13.06.- 30.06.2006
Guten Morgen, bei mir schlägt die Uhr gerade 8:40...
vollton38 - 30. Jun, 10:10
16.05.- 16.06.2006
Es ist Samstag Mittag und ich sitze mal wieder in meinem...
vollton38 - 22. Jun, 08:18
Reiseroute
vollton38 - 1. Jun, 08:59
15.04.- 15.05.2006
So nach knapp vier Wochen schreibstille dachte ich...
vollton38 - 22. Mai, 11:16

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Reiseberichte
Reiseroute
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren